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Artikelaktionen

SS 2008

Die Lehrveranstaltungen finden – sofern nicht anders angegeben – in HS 1119 statt.

Aufgrund eines Forschungssemesters bietet Prof. Dr. Konrad Küster im SS 2008 keine Veranstaltungen an. Eine Ausnahme ist im Bedarfsfall das Kolloquium.

Semestereröffnung: Montag, 21. April, 19 Uhr c. t.

 



 

Vorlesungen

 

PD Dr. Rainer Bayreuther

Der musikalische Epochenwechsel um 1700

Di 18–20
Beginn: 29. April

Modul «Musikgeschichte im Überblick», «Vorlesung zur Musikgeschichte des 17. bis 19. Jahrhunderts»
Studienleistung: regelmäßige Teilnahme, Vor- und Nachbereitung, Abschlussklausur (unbenotet)

 

In so gut wie keinem Lehrbuch der Musikgeschichte wird um 1700 ein Epochenwechsel angesetzt, stattdessen meist vom barocken Zeitalter von 1600 bis 1750 ausgegangen. Ganz anders die Historiker: Paul Hazard diagnostizierte in einem berühmt gewordenen Buch Die Krise des europäischen Geistes 1680–1715 (Hamburg 1939). Anders die Romanisten, für die um 1700 die époque classique zuende geht. Und anders die Rechtshistoriker, die in den Jahren um 1680 einen Wandel hin zum modernen Rechtsverständnis erkennen. Schließlich anders die Mathematik, die der Musik am nächsten verwandte exakte Wissenschaft: Dort finden die bahnbrechenden Entwicklungen von der Mitte des 17. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts statt (Descartes’ analytische Geometrie; Infinitesimalrechnung bei Leibniz, Newton und Euler; Wahrscheinlichkeitsrechnung) statt und halten bis ins frühe 18. Jahrhundert an. Überall Krise und Umbruch – und in der Musik alles wie bisher? Musikpublizisten wie Mattheson (ab 1713) oder Heinichen (ab 1711) waren anderer Meinung. Sie dokumentieren das Bewusstsein eines Wandels, wie ihn die Musik seit Pythagoras nicht mehr erlebt habe. Die Vorlesung wird ein dramatisches Krisenszenario der Musik um 1700 entfalten, das von den elementaren Prozessen in Tonsatz und Harmonik über Gattungsfragen bis in die Sozialstruktur der Musik ausgreift.

 
 

Prof. Dr. Christian Berger

Musik des 16. Jahrhunderts

Do 10–12
Beginn: 24. April

Modul «Musikgeschichte im Überblick», «Vorlesung zur Musikgeschichte des 15. bis 17. Jahrhunderts»
Studienleistung: regelmäßige Teilnahme, Vor- und Nachbereitung, 1 Protokoll

 

Folgende Gattungen werden diesen Überblick strukturieren: Messe (Josquin, Isaac), Motette, Antiphon (Josquin), Psalmmotette (Josquin, Stoltzer, Lasso), Staatsmotette (Isaac), Chanson (Josquin, Janequin, Lasso); Madrigal (Verdelot, Arcadelt, Willaert, de Rore), Parodiemesse (Palestrina, Monteverdi). Außerdem werden als Theoretiker Tinctoris, Guilielmus Monachus, Pietro Aron, Gioseffe Zarlino und Joachim Burmeister zu Wort kommen.

 

Literatur:

  • Die Musik des 15. und 16. Jahrhunderts, hg. v. Ludwig Finscher (= Neues Handbuch der Musikwissenschaft 3), 2 Bde., Laaber 1990.
  • Harold Meyer Brown, Emulation, Competition, and Hommage: Imitation and Theories of Imitation in the Renaissance, in: JAMS 35 1982), S. 1–48.
  • Frieder Rempp, Elementar- und Satzlehre von Tinctoris bis Zarlino, in: Italienische Musiktheorie im 15. und 17. Jahrhundert. Antikenrezeption und Satzlehre (= Geschichte der Musiktheorie 7), Darmstadt 1989, S. 39–220.
 
 
 

Proseminare

 

PD Dr. Rainer Bayreuther

Tabulaturnotationen

Mi 8.30–10 s.t.
Beginn: 23. April

Modul «Musikwissenschaft – Grundlagen», «Proseminar zur Musikgeschichte des 15. bis 17. Jahrhunderts»
Studienleistung: regelmäßige Teilnahme, Hausaufgaben
Prüfungsleistung (schriftliche Modulteilprüfung): Klausur

 

Seit dem Mittelalter gibt es alternativ zur Notenschrift von Punkten mit Rhythmusmarkierung in Liniensystem viele Arten von Notationen, die die Tonhöhen durch ein imaginär auf das Blatt (tabula) projizierte Klaviaturen oder Griffbretter eines Saiteninstruments verräumlichen, auf denen Fingersätze oder Tonbuchstaben eingetragen werden, und den Rhythmus in getrennten Zusatzzeichen hinzufügen. Solche Notationen firmieren unter dem Sammelbegriff Tabulatur. Im Prinzip sind die Buchstabennotationen, die es seit der griechischen Antike gibt, die älteste Form von Tabulaturen, weit vor der guidonischen Linienschrift. Im Stil einer Übung werden wir im Seminar Clavier-, Lauten- und Gitarrentabulaturen lesen lernen und ausgewählte Beispiele der Intavolierung von Vokalmusik des 16. Jahrhunderts analysieren.

Scheinerwerb durch Klausur.

 

Literatur:

  • Art. «Tabulaturen», in: MGG2, Sachteil Bd. 7, Sp. 358–381.
  • Willy Apel, Die Notation der polyphonen Musik, Wiesbaden 1981.
  • Johannes Wolf, Handbuch der Notationskunde, 2 Bde., Leipzig 1919.
  • Ulrich Konrad, «Aufzeichnungsform und Werkbegriff in der frühen Orgeltabulatur», in: Literatur, Musik und Kunst im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, hg. von Hartmut Boockmann u.a., Göttingen 1995, S. 162–186.
 
 

PD Dr. Rainer Bayreuther

Analyseseminar: Spätromantische Harmonik von Tristan bis Salome

Do 14–16
Beginn: 24. April
Ort: Belfortstraße 20, Dachgeschoss

Modul «Musikwissenschaft – Grundlagen», «Proseminar zur Musikgeschichte ab dem 19. Jahrhundert»
Studienleistung: regelmäßige Teilnahme, Referat
Prüfungsleistung (schriftliche Modulteilprüfung): Hausarbeit
Prüfungsleistung (mündliche Modulteilprüfung): mündliche Prüfung

 

Was ist das Neue in der Harmonik von Wagners Tristan und Isolde? Wagners Harmonik ab dem Tristan gilt seit Erscheinen dieses Werks als Höhepunkt, „Krise“ und Ende der romantischen Harmonik. Der Gang der europäischen Musikgeschichte wurde durch die Tristan-Harmonik maßgeblich beeinflusst. Wir werden uns der Tristan- und Parsifal-Harmonik analytisch nähern, eng am Notentext. In der zweiten Semesterhälfte werden komplexere Probleme in Angriff genommen: Liszts späte Harmonik (Trauergondel I und II, Nuages gris u.a.), Reger (ausgewählte Orgelwerke) und Strauss (ausgewählte Tondichtungen, Salome). Voraussetzungen: Souveränes Partiturlesen, gute harmonische Gehörbildung, erfolgreiche Teilnahme an Harmonielehre I.

 

Literatur:

  • Rudolf Louis und Ludwig Thuille, Harmonielehre, Stuttgart 1907, 9. Aufl. o.J.
  • Johannes Schreyer, Harmonielehre, Dresden 1905.
  • Ernst Kurth, Romantische Harmonik und ihre Krise in Wagners «Tristan», Berlin 1923, Repr. Hildesheim 1985.
 
 

Prof. Dr. Christian Berger

Motetten des 16. Jahrhunderts

Mo 10–12
Beginn: 28. April

Modul «Musikwissenschaft – Grundlagen», «Proseminar zur Musikgeschichte des 15. bis 17. Jahrhunderts»
Studienleistung: regelmäßige Teilnahme, Referat
Prüfungsleistung (schriftliche Modulteilprüfung): Hausarbeit

Im Mittelpunkt sollen Werke des Venezianers Adrian Willaert stehen. Ausgehend von den Stücken der ersten beiden Sammlungen von 1539, die sehr deutliche modale Strukturierungen erkennen lassen, sollen dann auch Stücke aus der Musica nova von 1559 (entstanden 1540!) in den Blick genommen werden, deren Stil Gioseffo Zarlino zur Norm des 16. Jahrhunderts erhoben hatte.

 

Literatur:

  • Adrian Willaert, Opera omnia, hg. von Hermann Zenck und Walter Gerstenberg (= CMM 3), Rom 1950ff.
  • Bernhard Meier, Die Tonarten der klassischen Vokalpolyphonie, Utrecht 1974.
  • Markus Jans, Modale 'Harmonik'. Beobachtungen und Fragen zur Logik der Klangverbindungen im 16. und frühen 17. Jahrhundert, in: Basler Jahrbuch für historische Musikpraxis 16 (1992), S. 167–188.
  • Anne Smith, Willaert motets and mode, in: ebd., S. 117–165.
 
 

Stefan Häussler, M.A.

Traktatlektüre: Musica enchiriadis

Do 16–18
Beginn: 24. April

Modul «Einführung in das Fachstudium», «Lektürekurs»

 

Im Zentrum des Lektürekurses steht ein Text, der im Mittelalter viel gelesen wurde. Vermutlich zwischen den Jahren 850 und 900 im Kerngebiet des fränkischen Herrschaftsraums entstanden, bildet er eines der ältesten Zeugnisse für die systematische Organisation mehrstimmigen Singens. Das auch literarisch qualitätvolle Dokument ist durch die Rezeption spätantiker Darstellungen gekennzeichnet und stellt einen der wirkungsvollsten musiktheoretischen Beiträge überhaupt dar.
In der Lehrveranstaltung wird es nicht nur darum gehen, die Musica enchiriadis, die auch in Übersetzungen ediert wurde, abschnittsweise gründlich zu lesen, sondern auch diejenigen Textpassagen herauszuarbeiten, die auf älteren Traktaten wie denjenigen des Boethius, des Martianus Capella u.a. basieren. Bis zu 1000 Jahre Musikgeschichte geraten in den Blick.

 

Literatur:

  • Nancy Phillips, Art. «Musica enchiriadis», in: MGG2, Sachteil, Bd. 6, Sp. 654–662.
 
 

Stefan Häussler, M.A.

Proseminar: Amerikanische Ensemblemusik der Gegenwart (mit Workshop)

Di 16–18
Beginn: 22. April

Modul «Musikwissenschaft – Grundlagen», «Proseminar zur Musikgeschichte ab dem 19. Jahrhundert»

 

Die Lehrveranstaltung führt ganz nahe an die Bedingungen der Entstehung, Einstudierung und Aufführung zeitgenössischer Musik heran. Stefan Häussler spielt seit 10 Jahren Violine im Freiburger Ensemble SurPlus, das im ersten Halbjahr 2008 gleich zweimal im Rahmen von Konzertreisen in den USA auftritt und dabei zahlreiche Kompositionen zur Uraufführung bringt. Da einige dieser Werke im Juni 2008 auch in Freiburg zu hören sein werden, soll die Lehrveranstaltung unter anderem dazu genutzt werden, Kontakte zu den MusikerInnen zu knüpfen, neue Partituren, Skizzen und Aufführungsmaterialien zu studieren und gegebenenfalls bei der Ausarbeitung der Texte im Programmheft des Freiburger Festivals mitzuwirken.
Zu den größtenteils noch nicht aufgeführten Werken und ihren KomponistInnen existiert verständlicherweise zumeist keine Sekundärliteratur. Womöglich entstehen die ersten Beiträge in der Lehrveranstaltung selbst. Wer sich dennoch zur Vorbereitung ein wenig in Bücher vertiefen möchte, kann sich an den folgenden Titeln orientieren:

 

Literatur:

  • Helga De la Motte-Haber (Hg.), Geschichte der Musik im 20. Jahrhundert, Laaber 2000.
    • Kapitel 1: Einleitung, S. 26ff. «Amerikanische Ansätze».
    • Kapitel 5: Friedemann Kawohl, Kammermusik zwischen Moderne und Postmoderne, S. 131–170.
  • Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn (Hg.), Musik-Konzepte Sonderband «John Cage», München 1978.
 
 

Christian Schaper M. A.

Proseminar: Musikalische Symboltheorien

Mi 16–18
Beginn: 23. April

Modul «Musikwissenschaft – Grundlagen», «Proseminar zur Musikgeschichte ab dem 19. Jahrhundert»
Studienleistungen: gründliche Vor- und Nachbereitung; regelmäßige und aktive Teilnahme
Prüfungsleistung (schriftliche Modulteilprüfung): drei Kurzessays (jeweils ca. 10 000 Zeichen)

 

Was ist ein musikalisches Symbol? Inwiefern kann Musik Zeichencharakter haben? Wie funktionieren musikalische Metaphern? Und welche Rolle spielen diese Überlegungen für unser Verständnis von Musik überhaupt? Diesen Fragen werden wir durch gemeinsame Lektüre der grundlegenden philosophischen Texte von Susanne K. Langer und Nelson Goodman sowie der aktuellen musikwissenschaftlichen Sekundärliteratur nachgehen und damit in einen innerhalb unseres Fachs derzeit sehr rege geführten Diskurs einsteigen. Für Studenten des Magisterstudiengangs ist die Veranstaltung auch zum Erwerb eines Lektürescheins geeignet.

 

Arbeitsmaterialien

 

Literatur:

  • Nelson Goodman, Sprachen der Kunst. Entwurf einer Symboltheorie, Frankfurt 1995. (orig. Languages of art. An approach to a theory of symbols, Indianapolis 1968).
 
 

Christian Schaper M. A.

Proseminar: Richard Wagner, Die Walküre

Blockveranstaltung
Termin: 9.–11. Mai 2008
Fachschaftshaus auf dem Schauinsland

Anmeldeschluss: 21. April 2007
Vorbesprechung: 23. April 2007, 13 Uhr c. t.

Modul «Musikwissenschaft – Grundlagen», «Proseminar zur Musikgeschichte des 17. bis 19. Jahrhunderts» oder «Proseminar zur Musikgeschichte ab dem 19. Jahrhundert»
Studienleistung: gründliche Vorbereitung, Referat, aktive Teilnahme
Prüfungsleistung (schriftliche Modulteilprüfung): Hausarbeit (ca. 10–15 Seiten)

 

Am 8. Juni wird am Freiburger Theater die Premiere von Wagners Walküre über die Bühne gehen – willkommener Anlass für ein vorbereitendes Seminar zu Wagners wohl am leichtesten zugänglichen Bühnenwerk; und womöglich zugleich Gelegenheit zu einer Kooperation zwischen Universität und Theater, bei der praktische Erfahrung mit den typischen Vermittlungsformen (Einführungsmatinee, Programmheftbeitrag) gesammelt werden kann – eine entsprechende Anfrage läuft …
Die Blockveranstaltung soll das nötige wissenschaftliche Rüstzeug vermitteln; aus der Fülle möglicher Herangehensweisen an Die Walküre seien hier nur einige zentrale Aspekte in Stichpunkten genannt:

  • Stoffgeschichte, Konzeption und Entstehung im Kontext des Ring des Nibelungen
  • Wagner als Textdichter
  • Wagner als Opernreformtheoretiker (Oper und Drama 1851)
  • Wagner als Analytiker in eigener Sache (Über die Anwendung der Musik auf das Drama 1878)
  • Konsequenzen des dramatischen Konzepts für die musikalische Faktur (und zwar auch und gerade über das «Leitmotiv-Spotting» als so populäre wie problematische Rezeptionspraxis hinaus)

Das Blockseminar findet im Fachschaftshaus auf dem Schauinsland statt; die Teilnehmerzahl ist auf 14 beschränkt (Anmeldeliste im Sekretariat). Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft, ein Referat zu übernehmen. Der früh im Semester liegende Termin erfordert frühzeitige Vorbereitung; Themenvorschläge und eine Literaturliste werden daher schon während der vorlesungsfreien Zeit im Sekretariat ausliegen. Die auf das Veranstaltungswochenende folgende Pfingstpause eröffnet im Gegenzug die Möglichkeit, die Hausarbeit direkt im Anschluss an das Seminar anzufertigen und damit der üblichen Ballung gegen Semesterende zu entgehen.

 

Literatur:

  • Reinhold Brinkmann, Art. «Der Ring des Nibelungen», in: PEMT 6, S. 590–616.
  • Ulrich Müller u. Peter Wapnewski (Hgg.), Richard-Wagner-Handbuch, Stuttgart 1986.
 
 

Dr. Matthias Thiemel

Shadav jati in Indien – Melodiebildung auf sechs Tonstufen

Mo 18–20
Beginn: 28. April

(Nur für Magisterstudierende)

 

Melodische Subtilität, modaler Reichtum und vielleicht auch die polyrhythmische Raffinesse des indischen Rāga- und Tālasystems werden von keiner musikalischen Hochkultur überboten. Anhand von Originalaufnahmen veranschaulicht das Seminar, daß die Andersartigkeit dieser (meist „monomelodischen“) Musik für Europäer differenziert nachvollziehbar ist. Über Ordnung und kompositorische Regeln einerseits und Improvisationsfreiheit andererseits werden wir uns allmählich Klarheit verschaffen. Wir betrachten Rāgas mit sechs Tonstufen (hexatonic Rāgas, shādav jāti), etwa Sohini, Shankara, Puriya/Pooriya und den als schwierig geltenden Rāga Marwa. Wir hören und sehen Aufnahmen von Musikern (Hariprasad Chaurasia, Faiyaz Khan, Mallikarjun Mansur, Wasifuddin Dagar u.a.), deren interessantes Selbstverständnis («Künstlerästhetik») berücksichtigt wird.
Wir arbeiten auf der Grundlage neuerer Untersuchungen von Hans Neuhoff (seine Beiträge zum MGG-Sach- und Personenteil sind mustergültig), Lars-Christian Koch, Joep Bor (The Raga Guide), Patrick Moutal, Raghava R. Menon. Altindien wäre durch Hans Oesch, Walter Kaufmann und Richard Widdess zu erschließen.
Ein Seminarordner wird bereit gestellt. Die durch www.google.de erreichbaren Informationen zu nord- und südindischer Musik sind oft nicht falsch, aber stets einseitig oder unvollständig.

 
 
 

Hauptseminare

 

PD Dr. Rainer Bayreuther

Die Teilung des Monochord

Fr 9–12
Beginn: 25. April
Ort: Belfortstraße 20, Dachgeschoss

 

Mit der Teilung der Saite in konsonante Intervalle und ihre dissonanten Reste beginnt die abendländische Musikgeschichte. Der Legende nach entdeckte Pythagoras im 6. vorchristlichen Jahrhundert, dass Zahlenverhältnisse wie 1:2, 2:3 und 3:4 musikalische Intervalle repräsentieren. Darauf baut sich das pythagoreische Tonsystem auf und eine komplette Musik- und Weltanschauung. Bis ins 17. Jahrhundert war die Saitenteilung das zentrale Lehrstück der Musiklehre; auf ihm gründen die Tongeschlechter und, indirekt, die Kontrapunktlehre. Im Seminar werden wir die wichtigsten antiken Teilungen (pythagoräisch/euklidisch, syntonisch, enharmonisch, chromatisch) erarbeiten und praktisch durchführen: mit Zirkel, Lineal, Rechenblock, Taschenrechner, Notenpapier, Instrumenten und PC. Abschließend werden die wichtigsten Temperierungen des 16.–18. Jahrhunderts behandelt (mitteltönig, gleichstufig, Werckmeister) – und ihr gewaltiger Einfluss auf den Tonsatz.

 

Literatur:

  • Andrew Barker (Hrsg.), Greek Musical Writings, 2 Bde., Cambridge 1989 (Quellenedition der antiken Theoretiker in engl.).
  • Frieder Zaminer, «Harmonik und Musiktheorie im alten Griechenland», in: Vom Mythos zur Fachdisziplin: Antike und Byzanz (= Geschichte der Musiktheorie Bd. 2), Darmstadt 2006, S. 47–256.
  • Mark Lindley, «Stimmung und Temperatur, in: Hören, Messen und Rechnen in der Frühen Neuzeit» (= Geschichte der Musiktheorie Bd. 6, hg. von Frieder Zaminer), Darmstadt 1987, S. 109–331.
  • Friedrich Kittler, Musik und Mathematik I/1, München 2006 (Bettlektüre).
 
 

Prof. Dr. Christian Berger

Beethovens Klaviersonaten

Mi 10–12.30
Beginn: 30. April

 

Im Mittelpunkt soll die Entwicklung vom «mittleren» zum Schaffen des Spätwerkes stehen, also beginnend mit der Waldsteinsonate op. 53 über die Appassionata op. 57, die kleinen Sonaten op. 78, 79 und 81 und 90 bis zu den großen Werken op. 101, 106, 109, 110 und 111. Eine Literaturliste wird im Internet bereitgestellt werden.

 
 
 

Kolloquien

 

Prof. Dr. Christian Berger und Prof. Dr. Gösta Neuwirth

Kolloquium zu aktuellen Forschungsfragen

Do 18–20
Beginn: 8. Mai

 

Das Kolloquium wird zum einen die Möglichkeit geben, entstehende Magister-Arbeiten vor- und zur Diskussion zustellen, andererseits wollen wir eine Diskussionsrunde zu unserem Projekt «Musik und Zahl im 15. Jahrhundert» weiterführen. Darüber hinaus soll es ein Forum für aktuelle Fragen unseres Faches und darüber hinaus sein.

 
 

Prof. Dr. Konrad Küster

Kolloquium

Termine: 20.05., 17.06., 14.07., je 18–21 Uhr
Vorbesprechung: Mo, 21. April, 18:30
Ort: Belfortstraße 20, Dachgeschoss

 

Das Kolloquium wird dieses Semester wegen Herrn Küsters Forschungstätigkeiten nicht wöchentlich stattfinden und soll vorrangig denen zur Verfügung stehen, die über ein entstehendes Arbeitsprojekt berichten möchten. Wer Interesse hat, eine Sitzung mit dem Bericht über ein entstehendes (oder erst locker beabsichtigtes) Thema einer Magisterarbeit zu gestalten, wird um eine kurze Mail-Nachricht gebeten (konrad.kuester@muwi.uni-freiburg.de). Sobald eine Terminübersicht besteht, wird diese hier veröffentlicht werden.

 
 

Deutsches Volksliedarchiv

Kolloquium zur Popularliedforschung

Di 18–20 Uhr
Termine: 29.04., 27.05., 24.06., 15.07.

http://www.dva-freiburg.de/akt/kolloqu

 
 
 

Kurse und Tutorate

 

Christine Muschaweckh

Gehörbildung I

Fr 10–12
Beginn: 25. April

 

Einstimmige tonale und atonale Melodien sowie Rhythmen vom Blatt realisieren; Melodie- und Rhythmusdiktate anhand von Literaturbeispielen unterschiedlicher Epochen. Höranalyse; Einführung ins harmonische Hören (entspricht dem Vorkurs Harmonielehre und Harmonielehre I).

 
 

Christine Muschaweckh

Gehörbildung II

Fr 12–14
Beginn: 25. April

 

Mehrstimmige Diktate anhand von Literaturbeispielen unterschiedlicher Epochen; Höranalyse; Fehlerhören; Instrumentation und Klangfarben hören; harmonisches Hören (entspricht Harmonielehre II); Hören und Bestimmen musiktheoretischer Modelle anhand von Literaturbeispielen.

 
 

Florian Vogt

Harmonielehre II (neu)

Mi 14–16
Beginn: 23. April

 
 

Florian Vogt

Kontrapunkt

Do 14–16
Beginn: 24. April

 
 

Ralf Wolter

Harmonielehre II (alt)

Mo 14–16
Beginn: 28. April

(nur für Magisterstudenten)

 
 

Ralf Wolter

Harmonielehre I (neu)

Mo 16–18
Beginn: 28. April

 
 

Wolfgang Berthold

Tutorat zur Harmonielehre II (neu)

Di 11–12
Beginn: 6. Mai

 
 

Manuel Strauß

Tutorat zur Harmonielehre I (neu)

Di 11–12
Beginn: 6. Mai

 
 

Manuel Strauß

Harmonielehre II (alt)

Do 12–13
Beginn: 8. Mai

 
 
 

Arbeitsgemeinschaften

 

Fachschaft

AG Wurzelwerke

Mi 20–22
Beginn: 23. April

 

Musik hören für MuWis und anderweitig Musikbegeisterte ohne Vorkenntnisse: In der AG Wurzelwerke treffen wir uns, um gemeinsam Musik zu hören. Dabei sollen vor allem Standardwerke zu hören sein, aber gelegentlich auch Stücke abseits des üblichen Repertoires. Jede Sitzung wird von einem Teilnehmer übernommen, der nach seinen Wünschen ein Werk auswählt und es der Gruppe vorstellt. Gelegentlich dürfen wir auch Gaststars aus dem Dozentenmilieu begrüßen. Die Zusammenstellung des Programms erfolgt in der ersten Sitzung je nach Interesse der Anwesenden. Für gewöhnlich klingt der Abend in gemütlicher Runde in der Freiburger Kneipenlandschaft aus.

 
 

Dr. Frauke Schmitz-Gropengießer

Schola für gregorianischen Choral

Mi 18-20 Uhr
Beginn: 30. April

 

Dr. Frauke Schmitz-Gropengießer lädt an Gregorianik interessierte Studierende ein, gregorianische Choräle zu singen. Bei fehlender Kenntnis der Neumen und der Quadratnotation werden diese erklärt. Neben der Behandlung verschiedener die Gregorianik betreffender Themen soll viel gesungen werden. Dabei geht es zum einen um das Kennenlernen des Repertoires und zum anderen um das Einstudieren einzelner Stücke.
Bei Interesse wird es einen Besuch der Benediktinerabtei Beuron geben, wo in den Gottesdiensten heute noch lateinische Gregorianik gesungen wird.

 

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