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SS 2005

Lehrveranstaltungen im SS 2005

Sofern nicht anders angegeben, finden alle Veranstaltungen in HS 1119 statt.

Vorbesprechung und Semestereröffnung: Montag, 11. April 2005 19 Uhr c. t.;
im Anschluss lädt die Fachschaft zu einem Umtrunk in die Bibliothek ein.


Vorlesungen
Proseminare
Hauptseminare
Kolloquien
Übungen
Kurse und Tutorate
Arbeitsgemeinschaften und Projekte

Vorlesungen

Prof. Dr. Christian Berger

Musikalische Analyse

Do 9–11 Uhr
Beginn: 14. April

Die musikalische Analyse gehört zum Handwerkszeug eines jeden Musikwissenschaftlers. Ausgehend von Grundfragen der ästhetischen Zugangsweise sollen an Werken aus den unterschiedlichsten Epochen, vom gregorianischen Choral bis zur Musik der Gegenwart, die jeweiligen handwerklichen Voraussetzungen dargestellt werden. Aber es wird auch um Erwartungen gehen, die wir selbst an die Analyse richten.


Prof. Dr. Konrad Küster

Musik des 15. und 16. Jahrhunderts

Mi 11–13 Uhr
Beginn: 13. April

«Musik der alten Niederländer» und «italienisches Madrigal» werden uns beschäftigen, ebenso die verfügbaren Spuren der Instrumentalmusik, die Entwicklung der Musik unter dem Einfluß des neu erfundenen Druckwesens und letztlich auch die konfessionellen Perspektiven der Reformationszeit. Begleitet wird der Überblick mit Resümees zu Grundlagen: zu den Kirchentonarten, zum Verständnis der Notation, der musikalischen Quellen und nicht zuletzt der kulturell-politischen Rahmenbedingungen.


Proseminare

Prof. Dr. Christian Berger

Lateinische Traktatlektüre: Johannes Affligemensis, De Musica

Mi 9–11 Uhr
Beginn: 20. April

Der Traktat des Johannes aus der Zeit um 1100 ist die erste Musiklehre nach Guidos Micrologus, die in der Elementarlehre die Solmisation mit einbindet.

Ausgabe:

  • Johannes Affligemensis, De Musica cum Tonario, hg. von J. Smits van Waesberghe (= CSM 1), Rom 1950.



Prof. Dr. Konrad Küster

Das Ende der Niederländer in Italien

Di 14–16 Uhr
Beginn: 12. April

Gedacht als «Seminar zur Vorlesung» (Musik des 15. und 16. Jahrhunderts), das die italienische Schlußphase des Gesamtzeitraums beleuchtet: Was ereignete sich, als die italienische (volkssprachige) Dichtung von Musikern aufgegriffen wurde, für die dies nicht Fremdsprache war, sondern mit ihr auch neue musikalische Techniken zu verbinden waren? Zu betrachten haben wir u. a. die Œuvres von Jacob Arcadelt, Philippe Verdelot, Adrian Willaert, Nicolas Gombert und Orlando di Lasso.

Tips zur Vorbereitung:

  • Informieren Sie sich, z.B. anhand der großen Lexika (MGG2, New Grove 2), über die genannten Komponisten.


Dr. Matteo Nanni (mit Dr. Markus Bandur)

Luciano Berio: Sprache und Geschichte

Do 18–20 Uhr
Beginn: 14. April

Der italienische Komponist Luciano Berio ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der europäischen Musikgeschichte der Nachkriegszeit. Das Seminar setzt sich zum Ziel, Berios Stellung innerhalb der europäischen Avantgarde und die wesentlichen stilistischen Merkmale seines künstlerischen Schaffens näher zu bestimmen, wobei Berios Poetik und sein Umgang mit Sprache und Geschichte vor dem Hintergrund seiner Beziehungen zu Wissenschaftlern wie Umberto Eco und Schriftstellern wie Dante, James Joyce und Eduardo Sanguineti im Mittelpunkt stehen. Kompositionen wie beispielsweise Sinfonia, Thema (Omaggio a Joyce) oder die 14 Sequenze werden im Verlauf des Semesters besprochen, wobei Analysen einzelner Werke in Form eines Referats behandelt werden.


Dr. Matteo Nanni

Einführung in die musikalische Analyse (III)

Di 11–13 Uhr
Beginn: 12. April

Eine der zentralen Fachbereiche akademischer Musikwissenschaft ist die Analyse und Deutung musikalischer Werke, wobei jede Epoche die Kenntnis unterschiedlicher musikanalytischer Methoden verlangt. Im letzten Sommersemester – Einführung in die musikalische Analyse (II) – wurden die Formenlehre des 17. bis 19. Jahrhundert untersucht sowie Kompositionen jener Epoche analysiert. In diesem Semester werden wir uns mit den musiktheoretischen Grundlagen und mit den Werken der Musik des späten 19. und des 20. Jahrhunderts beschäftigen. Ausgehend von der spätromantischen Auflösung der Tonalität (Wagner) sollen die unterschiedlichen Erscheinungsformen der freien Atonalität und der Zwölftontechnik (Schönberg, Webern, Berg) sowie des Impressionismus (Debussy, Ravel) und des Neoklassizismus und weiterer Strömungen (Strawinsky, Bartók, Varèse, Ives) als Gegenstand genommen werden. Möglichkeiten der begrifflichen und methodischen Annäherung an musikalische Sachverhalte durch unterschiedliche Analysemethoden stehen dabei ebenso im Mittelpunkt des Interesses wie die Suche nach Fragestellungen, die über die bloß beschreibende Verdopplung kompositorischer Verläufe hinausgehen.

Die Teilnahme an der im Sommersemester 2004 stattgefundenen Einführung in die musikalische Analyse (II) ist selbstverständlich nicht Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Seminar.


Christian Schaper, M. A.

Leitmotivanalyse

Mi 16–18 Uhr
Beginn: 13. April

Als Hans v. Wolzogen anläßlich der ersten Bayreuther Festspiele 1876 einen Thematischen Leitfaden durch die Musik zu Rich. Wagner’s Festspiel Der Ring des Nibelungen veröffentlichte, hob er einen Publikationstypus aus der Taufe, der auf Jahrzehnte hinaus die Rezeption neuer Werke nicht nur aus dem Bereich des Musiktheaters bestimmen sollte. Mit der leichtverdaulich aufbereiteten Kombination von Handlungsabriss und Notenbeispielen der musikalischen Bedeutungsträger – der sog. Leitmotive – trug die Leitfadenliteratur allerdings nicht nur zur Popularisierung, sondern bald auch zur Diskreditierung der Leitmotivtechnik und entsprechend organisierter (v. a. Wagnerscher) Musik bei; so wurden die einschlägigen Leitmotivtafeln zum Ring u. a. als «musikalisches Adreßbuch der Götter» (Debussy) verspottet. Tatsächlich hat der im Opernfoyer so erfolgreich geübte Umgang mit Leitmotivkatalogen in mancherlei Hinsicht den analytischen Zugang zur Musik etwa Richard Wagners weniger erleichtert als vielmehr verstellt, zumal grundsätzliche Fragen zum Phänomen Leitmotiv bis heute nicht als geklärt gelten können. Unter welchen Bedingungen musikalische Gebilde als Leitmotive verstehbar werden, woher sie ihre Bedeutungen beziehen und ob sie tatsächlich so starre Gebilde sind, wie es die literarisierende Etikettierungspraxis vermuten läßt – diesen Fragen werden wir im Seminar nachgehen.

Literatur:

  • Christoph v. Blumröder, Art. «Leitmotiv», in: HmT, 18. Auslieferung 1990.
  • Julius Borghold (Hg.), Richard Wagner. Der Ring des Nibelungen. Vollständiger Text mit Notentafeln der Leitmotive, Mainz 71997 (Nachdruck der Originalausgabe von 1913).
  • Christian Thorau, Semantisierte Sinnlichkeit. Studien zu Rezeption und Zeichenstruktur der Leitmotivtechnik Richard Wagners (= Beihefte zum AfMw 50), Stuttgart 2003.

Hier gibt es Arbeitsmaterialien zum Download


Dr. Frauke Schmitz-Gropengießer

Kurt Weill – ein Bühnenkomponist mit jüdischen Wurzeln

Mi 14–16 Uhr
Beginn: 13. April

Kurt Weill wurde am 2. März 1900 als Sohn eines jüdischen Kantors in Dessau geboren. Nach dem Studium in Berlin u. a. bei Engelbert Humperdinck und Ferruccio Busoni und verschiedenen Kompositionen von Kammer- und Orchesterwerken spürte er bald seine ausgeprägte Neigung für die Bühne. Seit den zwanziger Jahren entstanden Bühnenwerke, Schauspiel- und Filmmusiken sowie Werke für den Rundfunk. Zu den bekanntesten Werken, die er noch in Deutschland komponierte, gehören Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny und die Dreigroschenoper mit Texten von Bertolt Brecht. Von den Nationalsozialisten an der Aufführung seiner Werke gehindert, emigrierte Weill in den dreißiger Jahren in die Vereinigten Staaten. In Amerika gelang es ihm nicht nur, als Komponist anerkannt und geschätzt zu werden, sondern auch zur Entwicklung des amerikanischen Musicals beizutragen. Neben seinen Kompositionen sind zahlreiche theoretische Schriften aus der Zeit von etwa 1924 bis zu seinem Tod im Jahr 1950 überliefert.

In diesem Seminar wollen wir versuchen, uns der Person Kurt Weill von verschiedenen Seiten zu nähern und ihn in seiner Bedeutung für die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts zu erfassen. Der Schwerpunkt des Seminars soll auf dem Bühnenwerk Weills liegen. Weill plante noch in Deutschland, u. a. in der Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht, eine neue Art von Bühnenwerk, in der Musik, Tanz und Sprache eng ineinander greifen und eine Einheit bilden. Wohl sein allgemein bekanntestes Werk ist die Dreigroschenoper; da sie derzeit in Basel auf den Spielplan steht, ist ein Besuch einer Aufführung geplant. Ein zweiter Hauptteil soll sich auf seine amerikanische Zeit konzentrieren und seinen Einfluss auf die damals noch junge Musikgattung des Musicals dokumentieren.

In einem weiteren Teil wollen wir uns mit Kurt Weill als Musikschriftsteller beschäftigen. In seinen Rezensionen, Essays usw. hat sich Weill intensiv mit der Musik seiner Zeit und Fragen der Ästhetik auseinandergesetzt.

Der letzte Teil des Seminars widmet sich seiner jüdischen Herkunft. Weills Vater war, bevor die Familie nach Dessau zog, Kantor an der Synagoge im badischen Kippenheim und komponierte auch religiöse Gesänge. Im Seminar wollen wir der Frage nachgehen, inwieweit sich Kurt Weills jüdische Herkunft in seinem Werk niedergeschlagen hat. Weill wurde jedenfalls von den Nationalsozialisten als Vorreiter der «entarteten Kunst» auf musikalischem Gebiet gebrandmarkt. In diesem Zusammenhang wollen wir auf die jüdische (Synagogal-)Musik im Allgemeinen eingehen und die Synagoge in Kippenheim besuchen.


Dr. Thomas Seedorf (mit Prof. Ludwig Holtmeier, Staatliche Hochschule für Musik)

Musik im Spannungsfeld zwischen Geschichte, Theorie und Praxis

Di 11–13 Uhr, Musikhochschule: Raum 101
Beginn: 19. April

Musikwerke lassen sich unter ganz unterschiedlichen Aspekten betrachten: Ein Instrumentalist etwa wird sich vielleicht in erster Linie für Fragen der Realisierung (Fingersatz, Tempo, Phrasierung etc.) interessieren, ein Musiktheoretiker blickt auf die Struktur eines Werks und überlegt sich, nach welchen Kriterien es angemessen zu analysieren sei, ein Musikhistoriker schließlich fragt nach dem historischen Ort des Werks, nach den Bedingungen seiner Entstehung und seines Wirkens – um nur einige wenige von vielen denkbaren Ansätzen zu nennen.

Dieses Gemeinschaftsseminar unternimmt den Versuch, verschiedene Sichtweisen auf musikalische Kunstwerke aufeinander zu beziehen und einander ergänzen zu lassen.

Im Mittelpunkt stehen vier Werkblöcke:

  • je eine Violinsonate von G. F. Händel, A. Corelli und J. S. Bach
  • ein Konzertsatz und eine Arie von W. A. Mozart
  • das Streichquartett e-Moll op. 59, Nr. 2 von L. van Beethoven
  • die Etüde in c-Moll op. 10, Nr. 12 von F. Chopin («Revolutionsetüde»)


Dr. Thomas Seedorf

Peter Tschaikowsky als Opernkomponist (Blockseminar)

Vorbesprechungstermin: Mittwoch, 13. April, 13 Uhr s. t.
Blockseminarsitzungen: im Fachschaftshaus auf dem Schauinsland am 26. und 27. Mai

Vom 11. bis 17. Juli findet im Festspielhaus Baden-Baden ein Tschaikowsky-Festival statt, in dessen Mittelpunkt die Aufführungen von drei Opern des Komponisten stehen werden. Neben bekannten Werken wie Eugen Onegin und Pique Dame wird auch die im Westen nur sehr selten zu sehende Oper Die Zauberin zu erleben sein. Alle drei Produktionen sind Gastspiele des Marinsky-Theaters aus St. Petersburg.

Nach Einführungsveranstaltungen zu Monteverdis L'Orfeo (2002) und Mozarts Entführung aus dem Serail (2003) bietet sich uns in diesem Jahr zum dritten Mal die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit dem Festspielhaus Baden-Baden, die durch ein Blockseminar zu Tschaikowskys Opernschaffen und insbesondere zu den drei Werken, die auf dem Programm des Festivals stehen, vorbereitet werden soll. (Es ist im übrigen auch möglich, an dem Seminar teilzunehmen, ohne sich an die weiterführende Kooperation mit Baden-Baden zu beteiligen.)

Das Blockseminar ist auf 12 Teilnehmer beschränkt; die Übernahme eines Referats ist Pflicht. Die Kosten für den Aufenthalt im Fachschaftshaus werden zum Teil von der Hauser-Stiftung übernommen, ein Teil ist von den Teilnehmern zu zahlen. Interessenten mögen sich bis zum 12. April in eine bei Frau Frick ausliegenden Liste eintragen.

Literatur zur Einführung:

  • Den besten Einstieg bieten die Artikel zu den Tschaikowsky-Opern in Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters.
  • Einen ausgezeichneten Überblick über den historischen Kontext der Werke kann man sich anhand von Sigrid Neefs Handbuch der russischen und sowjetischen Oper (Kassel/Basel 1989) verschaffen.
  • Tschaikowskys Position in der russischen Musikgeschichte des 19. Jahrhundert zeichnet Dorothea Redepenning im ersten Band ihrer Geschichte der russischen und der sowjetischen Musik (Laaber 1994) sehr anschaulich nach.
  • Seit Gründung der Cajkovskij-Gesellschaft ist das deutschsprachige musikwissenschaftliche Schrifttum zu Tschaikowsky/Cajkovskij nicht mehr so dürftig wie noch vor etwa zwei Jahrzehnten. Zur Vorbereitung auf das Blockseminar empfehle ich vor allem die Arbeit von Kadja Grönke: Frauenschicksale in Cajkovskijs Puskin-Opern: Aspekte einer Werke-Einheit, Mainz 2002 (= Cajkovskij-Studien 5).

Der wichtigste Teil der Vorbereitung besteht aber in der Auseinandersetzung mit den Werken. Gesamtaufnahmen, Klavierauszüge und Partituren sowie Videos von Inszenierungen der Opern sind z. T. bereits in der Seminarbibliothek vorhanden; was noch fehlt (vor allem Material zur Zauberin), wird in Kürze zur Verfügung stehen.


Dr. Matthias Thiemel

Pentatonik in Indien und Ostasien

Do 16 s. t.–18 Uhr
Beginn: 14. April

Bestimmte außereuropäische Musikkulturen haben auf je eigene Weise eine höchst differenzierte modale Melodik und eine faszinierende Rhythmik hervorgebracht. Ein siebenstufiges Tonsystem ist in Indien seit 2500 Jahren beschrieben (in Auf- und Abwärtsrichtung siebentönige Ragas gelten als «vollständig»). Jedoch läßt sich in einem Sommersemester das Raga-Prinzip des Subkontinents gerade anhand strikt pentatonischer Reihen exemplarisch veranschaulichen; hinzu kommt die (im westlichen Sinne wissenschaftlich grundlegende) «Transskription» und deren Methodik.

Je mehr man vom Skalenreichtum Südasiens (jenseits des Dur und Moll) wahrgenommen hat, desto mehr wird man ihn bewundern. Wir betrachten Fünfton-Ragas: Chandrakauns, den dem Frühling zugeordneten Hindol, Abhogi, Bhoopali, sowie jenen Raga, der den Namen der ambivalenten, «halbschrecklichen» hinduistischen Göttin Durga trägt … (Surfer im englischsprachigen worldwideweb können beim Raga-«Googeln» manche Entdeckung machen … ). Wir untersuchen Identität und Varianz der Struktur, Wirkung und Verbreitung dieser Ragas. Wir hören ausgewählte Originalaufnahmen mit Sänger/inne/n und Instrumentalisten koexistierender, konkurrierender Schulen (gharana = Musikerhaus, Schule, Clan). Videodokumente zeigen, musiksoziologisch brauchbar, den Kontext des herb-archaischen dhrupad-Gesangs, ferner den – auch in Indien selbst als schlechthin klassisch geltenden – khyal-Stil und ein populäres Genre des «semi­classical style» (Konzertmitschnitt mit Ustad Sarahang, Kabul).

Im Juli wollen wir Pentatonik, den Musikbegriff und die kulturelle Identität Japans betrachten. Japanischen Traditionen wird heute innerhalb und außerhalb Japans bewußtere Aufmerksamkeit zuteil als zur Zeit jener eindimensional «fortschritt»-orientierten Technokratie, die daraufhin zu befragen wäre, inwieweit sie ethnischer Nivellierung und kultureller, ja sozialer Verarmung Vorschub leistet.

Sollte Referat-Interesse an China oder Korea bestehen, bitte ich um Rücksprache vorab (per E-Mail oder unter Tel. 0761 20 20 844).

Literatur:

  • The New Grove 2, Art. «Pentatonic».
  • zum «diagonalen» Schmökern die Bände Altindien und – nur mit Einschränkungen gültig – Südasien aus der Reihe Musikgeschichte in Bildern (Leipzig), die in Seminarbibliothek (Q 100/MIB/2,8 und 1,4) und UB-Lesesaal (LS: Mus 252/3-2,8 und -1,4) greifbar stehen.
  • Unverzichtbar sind die unser Thema betreffenden Abschnitte aus «Modale Melodiekonzepte», «Japan» und «Indien» in: MGG, Sachteil; vorbildlich Hans Neuhoffs Beiträge zum MGG-Personenteil.

Das Seminar steht Anfängern ebenso wie Fortgeschrittenen offen.


Hauptseminare

Prof. Dr. Christian Berger (mit Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, Deutsches Seminar I)

Oswald von Wolkenstein

Mo 16–18 Uhr
Beginn: 18. April

Oswald von Wolkenstein, ein Südtiroler Adliger, ist ein Lieder‹macher› des 15. Jahrhunderts und zugleich reisender Ritter, Söldner, Diplomat, Hauptmann des Gotteshauses zu Brixen, Gründungsmitglied des Tiroler Elefantenbundes, Träger des aragonesischen Kannen- und Greifenordens und vieles mehr. Die beiden wichtigsten Handschriften seiner Lieder werden mit Porträts Oswalds eröffnet. Es sind Autorsammlungen, die sein Liedœuvre mit Melodien überliefern und damit die Bedeutung seiner poetischen und musikalischen Kompetenz für die Konstituierung seines Selbstverständnisses zum Ausdruck bringen. In der Liedproduktion Oswalds treffen wir auf eine ungewöhnliche und spannungsreiche Aneignung der bekannten Lied- und Texttypen der mittelalterlichen Lyrik. Zugleich versetzt uns die Überlieferung der Musik in die Lage, anders als bei den meisten anderen deutschsprachigen Lyrikern des Mittelalters, Musik, Strophenbau und Wort-Ton-Verhältnisse in ihrer ganzen Komplexität zu untersuchen. Zu diesem Zweck rücken wir eine Auswahl von Liedern in den Mittelpunkt (u. a. 18, 20, 44, 46, 48, 60, 68, 75, 76, 77, 83, 101). Arbeitsgruppen werden die einzelnen Sitzungen vorbereiten und als Expertenteam strukturieren. Textkenntnis wird zu Beginn des Seminars vorausgesetzt. Begleitend zum Seminar ist der Besuch einer Aufführung von Liedern Oswalds geplant. Anmeldung in der Sprechstunde per E-Mail:

Ausgaben (beide Titel zur Anschaffung):

  • Oswald von Wolkenstein, Lieder, 3., neubearb. u. erw. Aufl. […] hg. von Karl Kurt Klein (Altdeutsche Textbibliothek 55), Tübingen 1987.
  • Oswald von Wolkenstein, Lieder. In Text u. Melodien, neu übertr. u. kommentiert von Klaus J. Schönmetzler.

Literatur zur Einführung:

  • Elke Maria Loenertz, Text und Musik bei Oswald von Wolkenstein, Frankfurt/M. 2003.
  • Dieter Kühn, Ich Wolkenstein. Eine Biographie, Frankfurt/M. 1989.
  • Ivana Pelnar, Die mehrstimmigen Lieder Oswalds von Wolkenstein, Tutzing 1982.
  • Anton Schwob, Oswald von Wolkenstein. Eine Biographie, Bozen 1989.


Prof. Dr Konrad Küster

Von Hawkins bis Kiesewetter: Die Idee der ‹Allgemeinen Geschichte der Musik›

Di 16–18 Uhr
Beginn: 12. April

Gerade einmal ein halbes Jahrhundert Musikgeschichtsschreibung wird uns beschäftigen: zwischen John Hawkins’ A General History of Music (1784) bis hin zu Raphael Georg Kiesewetters Geschichte der europäisch-abendländischen oder unsrer heutigen Musik: Darstellung ihres Ursprunges, ihres Wachsthumes u. ihrer stufenweisen Entwickelung; von d. 1. Jh. d. Christenthumes bis auf unsere Zeit (1834), daneben – vor allem – mit den Schriften Charles Burneys (im Zentrum A General History of Music: from the earliest ages to the present period, 1789) und Johann Nikolaus Forkels Allgemeine Geschichte der Musik (1788/1801). Sie alle legten die Grundlage dafür, daß den ihnen folgenden Generationen ein «musikhistorisches Gesamtkonzept» zur Verfügung stand. Mit der Pionierfunktion war allerdings auch eine immense Verantwortung verbunden, derer sich die Autoren kaum bewußt waren: Sie arbeiteten an der Formulierung von Denkmustern, denen eine extrem große Halbwertszeit zukommen würde. Wir wollen versuchen herauszufinden, mit welchen Konzepten, mit welchen Hilfsmitteln und -konstruktionen sie arbeiteten.

New Media Seminar: Benutzung von Laptops empfohlen
(können beim Rechenzentrum ausgeliehen werden).

Bereits in den Feriensprechstunden können Arbeitsthemen vereinbart werden.

Tips zur Vorbereitung:

  • Kreuz-und-quer-Lektüre in den genannten Werken


Kolloquien

Prof. Dr. Christian Berger

Kolloquium zu aktuellen Forschungsfragen

Mi 18 s. t. – 20 Uhr
Beginn: 20. April

Im Sommersemester soll neben der Vorstellung und Diskussion entstehender Magisterarbeiten oder Dissertationen die Thematik der Tagung «Communicative Strategies in music of the late 18th century» (5.–9. Juli 2005) im Mittelpunkt stehen. Es geht dabei um Texte von Kofi Agawu, William Caplin, Robert Gjerdingen, Lawrence Zbikowski u. a. Genaueres soll in der ersten Sitzung besprochen werden.


Prof. Dr. Konrad Küster

Kolloquium

Di 18–20 Uhr
Vorbesprechung: 12. April
Beginn: 19. April

Neben der Diskussion aktueller Examensarbeiten wollen wir uns unter anderem weiteren Fragen des 19. Jahrhunderts zuwenden, etwa derjenigen nach nationalen Stilen und der Analyse spätromantischer Sinfonik.


Übung

Prof. Dr. Christian Berger

Edition und Aufführung spätmittelalterlicher Musik

Mo 18–20 Uhr
Beginn: 18. April

Ausgehend von den Grundlagen, wie sie in der Vorlesung des WS dargestellt wurden, soll zunächst editorisch (auch mit Hilfe von Finale) ein das ganze 14. und frühe 15. Jahrhundert umfassendes Repertoire unterschiedlicher Gattungen (Chanson, Motette, Messe u. a.) erarbeitet werden, um auf diese Weise die klanglichen Möglichkeiten dieses Zuganges ausprobieren zu können.



 

Kurse und Tutorate

Christine Muschaweckh

Gehörbildung I

Do 14.15–15.00 Uhr und 15.15–16.00 Uhr
Beginn: 14. April

Christine Muschaweckh

Gehörbildung II

Fr 11.15–12.00 Uhr und 12.15–13.00 Uhr
Beginn: 15. April


Daniel Kau

Einführung in den Notensatz mit «FINALE»

Mo 14–16 Uhr
Beginn: 18. April

Computerkenntnisse gehören heutzutage zu den wichtigsten Berufsvoraussetzungen in allen Arbeitsbereichen. Für viele musikwissenschaftliche Berufsfelder zählt dazu auch die Fähigkeit, mit dem PC Noten zu setzten. Nicht nur bei der Magisterarbeit hat man große Vorteile, wenn man für die notwendigen Notenbeispiele selbst sorgen kann; im gesamten Verlags- und Editionswesen ist diese Fähigkeit oft unverzichtbar.

Das Tutorat bietet eine Einführung in die Notensatzsoftware «FINALE», die zu den gängigen Standards in diesem Bereich zählt. Teilnahmevoraussetzung ist ein eigener Computer, vorzugsweise ein Notebook. Es stehen Geräte zur Ausleihe in begrenzter Anzahl zur Verfügung, daher sollten sich Interessenten frühzeitig bei mir per E-Mail melden. Die notwendige Software wird leihweise für ein Semester zur Verfügung gestellt.

Es ist in diesem Kurs nicht möglich, einen Schein zu erwerben.


Dr. Thomas Seedorf

Harmonielehre I

Do 11 s. t. – 13 Uhr (mit kurzer Pause)
Beginn: 14. April

Dr. Thomas Seedorf

Harmonielehre II

Di 9–11 Uhr
Beginn: 19. April

Ralf Wolter

Harmonielehre-Vorkurs

Mo 9–11 Uhr
Beginn: 11. April

Wer schon über Vorkenntnisse in Harmonielehre verfügt, hat die Möglichkeit, diese Kenntnisse in einer Klausur nachzuweisen. Das Bestehen dieser Klausur macht es möglich, den Vorkurs zu überspringen und direkt Harmonielehre I zu belegen.

Termin für Eingangsklausur zu Harmonielehre I:
Dienstag, 12. April, 9.00–11.00 Uhr, HS 1119

Sollten Sie Fragen zu dieser Klausur haben, wenden Sie sich bitte an Dr. Thomas Seedorf, Tel 203-3093.


Arbeitsgemeinschaften

Fachschaft

Konzertprojekt

Gegen Ende des Semesters wollen wir wieder ein kleines Konzert im Haus «Zur lieben Hand» veranstalten, bei dem die MuWi beweisen, dass sie mehr als nur «graue Theorie» beherrschen.
Weitere Infos gibt es zu gegebener Zeit per Aushang oder bei der Fachschaft.


Fachschaft

AG Wurzel Werke

Mi 20–22 Uhr
Beginn: 13. April

Musik hören für MuWis und anderweitig Musikbegeisterte ohne Vorkenntnisse: In der AG Wurzelwerke treffen wir uns, um gemeinsam Musik zu hören. Dabei sollen vor allem Standard-Werke zu hören sein, aber gelegentlich auch Stücke abseits des üblichen Repertoires. Jede Sitzung wird von einem Teilnehmer übernommen, der nach seinen Wünschen ein Werk auswählt und es der Gruppe vorstellt. Gelegentlich dürfen wir auch Gaststars aus dem Dozentenmilieu begrüßen. Die Zusammenstellung des Programms erfolgt in der ersten Sitzung je nach Interesse der Anwesenden. Für gewöhnlich klingt der Abend in gemütliche Runde in der Freiburger Kneipenlandschaft aus

Das Semesterprogramm kann hier eingesehen werden.


Schola für gregorianischen Choral

Dr. Frauke Schmitz-Gropengießer lädt ein, gemeinsam in regelmäßigen Abständen gregorianische Choräle zu singen. Diese Schola richtet sich an alle an diesem Gesang interessierten Studierenden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; Neumen und die Quadratnotation, in der diese Gesänge niedergeschrieben sind, werden in den ersten Stunden erlernt.

Interessenten treffen sich in der ersten Semesterwoche am Freitag, 15. April 2005, um 14.15 Uhr im Seminar.

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