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WS 2005/2006

Lehrveranstaltungen im WS 2005/2006

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2005/2006

Sofern nicht anders angegeben, finden alle Veranstaltungen in HS 1119 statt.

Vorbesprechung und Semestereröffnung: Montag, 24. Oktober 2005 19 Uhr c. t.;
im Anschluss lädt die Fachschaft zu einem Umtrunk in die Bibliothek ein.


Vorlesungen
Proseminare
Hauptseminare
Kolloquien
Kurse und Tutorate
Arbeitsgemeinschaften und Projekte



Vorlesungen

PD Dr. Rainer Bayreuther

Klassik

Do 9–11 Uhr (14-tägig)
Beginn: 3. November


Die Vorlesung bietet einen einführenden Überblick über die Musik zwischen 1730 (dem Beginn der kompositorischen Aktivität der Bach-Söhne in Deutschland und England, Sammartinis in Italien und der Vorklassiker in Wien) und 1827 (Tod Beethovens). Die Wiener Klassiker-Troika Haydn, Mozart und Beethoven steht im Mittelpunkt. Allerdings ist mittlerweile klar, dass man die Epoche nicht auf diese Troika einengen kann und dass von einem klassischen Stil kaum gesprochen werden kann. Daher kommen auch zahlreiche weiteren Aspekte zur Sprache: das Oratorium nach Bach, geistliches und weltliches Lied, das Musikleben an Höfen und Residenzen, die Situation in Engand um 1800, schließlich: die verschiedenen Ansätze, die zu einer klassischen Autonomieästhetik führten.

Sprechstunde Dr. Bayreuther: Donnerstag, 14–15 Uhr, Zimmer 1127
oder nach Vereinbarung per E-Mail.

Informationen zu Dr. Bayreuther finden Sie auch auf den Seiten der Musikhochschule Weimar.


Prof. Dr. Konrad Küster

Mendelssohn in der Musik des 19. Jahrhunderts

Mi 11–13 Uhr (14-tägig)
Beginn: 9. November


Wegen der «Eröffnung des Akademischen Jahrs» durch den Rektor am 26. Oktober kann die Vorlesung erst am 9. November 2005 beginnen.

Erst der Forschungsaufschwung, der sich für Mendelssohn in der Folge der europäischen Umwälzungen 1989/90 ergeben hat, lässt erkennbar werden, wie vielfältig Mendelssohn den Gesamteindruck seines Jahrhunderts bestimmt hat. Angesichts des 14-Tage-Turnus werde ich mich in jeder Vorlesungseinheit einzelnen Fragekreisen zuwenden: den neuen Einblicken in die Traditionen, in denen Mendelssohn groß wurde, seiner Bedeutung für den musikalischen Historismus, dem Umgang mit den Potentialen von Oratorium, Programmmusik und Sinfonie sowie im Hinblick auf Internationalität von Musikkultur.

Termine:
09.11., 23.11., 07.12., 21.12.2005
18.01., 01.02., 15.02.2005


 

Proseminare

Dr. Markus Bandur

Methoden und Techniken der Analyse von Musik nach 1950 (an ausgewählten Beispielen)

Do 18–20 Uhr
Beginn: 27. Oktober


Analyse ist unumgängliche Voraussetzung für musikwissenschaftliches Arbeiten und einer der ersten Schritte zur intensiven Auseinandersetzung mit musikalischen Werken. Jenseits der analytischen Herangehensweise mit dem Instrumentarium der Harmonie- und Formenlehre ergeben sich allerdings meist rein technisch bedingte Schwierigkeiten, die den Zugang gerade zu Werken der neuen Musik nach 1950 häufig unmöglich machen.

Um diese Barriere zu überwinden, werden im Seminar die jeweiligen Techniken, mit denen Werke nach 1950 untersucht werden können, anhand von praktischen Beispielen vermittelt. Dabei gilt es, den Blick konkret auf die Herstellung des musikalischen Gefüges zu richten, um die Entscheidungen (bzw. Entscheidungsmöglichkeiten) des Komponisten auf der Materialebene nachvollziehen zu können.

Zugleich dient das Seminar der Auseinandersetzung mit der grundsätzlichen Methodik musikalischen Analysierens und behandelt insbesondere das Verhältnis von Fragestellung, Analyseverfahren und Ergebnis vor dem Hintergrund der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts.



PD Dr. Rainer Bayreuther

Die biblischen Grundlagen der Musik

Mi 14–18 Uhr (14-tägig)
Raum 1120 (Doktorandenraum)
Beginn: 2. November


In welchem Zusammenhang fiel erstmals der Satz «Gloria in excelsis deo»? Warum ist Christus das «Lamm Gottes» (agnus dei)? Was unterscheidet eine Matthäus- und eine Johannes-Passion? Wie kommen Lasso und Palestrina zu den Texten ihrer Motetten? Wie Bach zum Text seiner Kantaten? Welche Anspielung steckt im Nietzsche-Titel «Also sprach Zarathustra», der Mahler und Strauss zu Kompositionen anregte? Erst die Kenntnis der biblischen Grundlagen schließt einen riesigen Teil der Musikgeschichte auf. Anhand von Vertonungen und von den musikalischen Teilungen des christlichen Gottesdienstes werden wir den Aufbau der Bibel kennenlernen, die Charakteristika der einzelnen biblischen Bücher bestimmen, Routine gewinnen im Aufspüren biblischer Belegstellen und all diese Erkenntnisse fruchtbar machen für die musikalische Analyse.

Schwerpunkt ist die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Es können Hauptseminarscheine erworben werden.

Obligatorisches Material: Bibel (Luther-Übersetzung) und Konkordanz.



Prof. Dr. Christian Berger

Einführung in die Musikwissenschaft: Mozart, «Le nozze di Figaro»

Mo 9–11 Uhr
Raum 1120 (Doktorandenraum)
Beginn: 31. Oktober


Als Einführungsseminar sollten wir zwar den Kontakt zum Theater in Form eines Besuches nutzen, aber doch erst einmal in Ruhe in die Arbeit mit dem Stück einsteigen. Deshalb wird die Arbeit mit der Dramaturgie in den Hintergrund rücken.

Frau Jennifer Achten wird das Tutorium dazu anbieten.

Zur Anschaffung empfiehlt sich die Eulenburg-Partitur ETP 916 (EUR 44,95).

Literatur:

  • Mozart, die Hochzeit des Figaro. Texte, Materialien, Kommentare, hrsg. von Dietmar Holland, (rororo opernbücher), Reinbek 1982. (leider vergriffen)
  • ,


Alexander Dick

Ein aussterbendes Genre? Diskussionsbeiträge und praktische Übungen zu einer «zeitgemäßen» Musikrezension

Mo 18–20 Uhr
Beginn: 31. Oktober


Das Klima für die Kultur ist nicht günstig. Das klassische Feuilleton hat trotz aller Modernisierungsversuche an Gewicht verloren und bietet immer weniger Platz für klassische Rezensionen. Ein aussterbendes Genre? Anhand von Diskussionsbeiträgen, Textanalysen, praktischen Beispielen und vor allem selbst erstellten Kritiken soll erörtert werden, welcher Stellenwert der Musikrezension in den Feuilletons der Medien in Gegenwart und Zukunft zufallen könnte.


Dr. Danuta Mirka

Kochs Formenlehre und Haydns Streichquartette

Fr 16–18 Uhr
Beginn: 28. Oktober


In den meisten Handbüchern der Musikanalyse wird die Musik des 18. Jahrhunderts in Kategorien gefasst, die erst im 19. und 20. Jahrhundert entwickelt worden sind. In diesem Kurs schlage ich vor, Haydns Streichquartette im Lichte des zeitgenössischen Kompositionstraktats von Heinrich Christoph Koch Versuch einer Anleitung zur Composition (1782–1793) zu analysieren, der die am meisten entwickelte Formenlehre des 18. Jahrhunderts beinhaltet. Die Lektüre von Abschnitten aus Kochs Traktat wird jeweils zum Ausgangspunkt der Analyse auf unterschiedlichen Ebenen des musikalischen Werkes vom einzelnen Satz bis hin zur ganzen Komposition.

Sprechstunde Dr. Mirka: Donnerstag, 17–18 Uhr, Zimmer 1126
oder nach Vereinbarung per e-Mail.


Dr. Matteo Nanni

Einführung in die Paläographie: Modal- und Mensuralnotation

Mi 14–16 Uhr
Beginn: 26. Oktober


Gegenstand der Einführung in die modalen und mensuralen Aufzeichnungsweisen vom ausgehenden 12. bis ins 14. Jahrhundert sind sowohl die Aneignung und das Kennenlernen mittelalterlicher Notationsweisen als auch eine Reflexion über musikalische Notation als Schrift. Neben den technischen und musiktheoretischen Aspekten dieser philologischen Tätigkeit sollen auch Überlegungen zur Verschriftlichung von Musik angeregt sowie semiologische Fragen diskutiert werden.

Am Ausgangspunkt stehen die modale Notationstechnik der Pariser «Notre Dame» und ihre Reflexion in zeitgleichen musiktheoretischen Schriften. An zahlreichen Beispielen soll der Umgang mit Quellen jener Zeit geübt und der Blick für ihre besonderen Voraussetzungen geschärft werden. Der Kurs ist auch für Studienanfänger geeignet.

Ein Schein in Paläographie – wie er im Hauptfach für die Zwischenprüfung vorausgesetzt wird – kann in der letzten Semesterwoche aufgrund einer schriftlichen Prüfung erworben werden.


Dr. Matteo Nanni

Musik und Musiktheorie des italienischen Trecento zwischen Padua und Florenz

Do 16–18 Uhr
Beginn: 27. Oktober


In diesem Seminar sollen Musik und Musiktheorie des italienischen humanistischen Spätmittelalters untersucht werden, einer Epoche, die den Namen «Trecento» hat und die sich auf das 14. Jahrhundert und den Beginn des 15. Jahrhunderts bezieht. Angesichts der Vielfalt musikalischer sowie musiktheoretischer Produktion ist es notwendig, den Blickwinkel auf zwei geographische Orte einzuschränken: Padua und Florenz. Vor allem im Hinblick auf Musiktheorie werden wir uns der Universitätsstadt Padua widmen und Autoren wie Marchettus de Padua, Antonio da Tempo, Pietro d'Abano und Prosdocimus de Beldemandis gemeinsam kennenlernen. Dabei stehen die Unterschiede und die Einflüsse der französischen und italienischen Musik sowie die geschichtliche Entwicklung der Gattungen – Madrigal, Caccia und Ballata – im Vordergrund.

Eine der zentralen Figuren des frühhumanistischen Zeitalters der Stadt Florenz ist der Komponist und Organist Francesco Landini, dessen Beitrag zur Entwicklung der Ballata unter besonderer Berücksichtigung von Melodiebildung und formaler Gestaltung ebenfalls Gegenstand dieses Seminars ist. Parallel zur musiktheoretischen Lektüre werden Werke von Niccolò da Perugia, der sowohl in Florenz als auch in Padua wirkte, von Lorenzo und Donato da Firenze, von Magister Zacharias und von weiteren Komponisten des späten Trecento zur Analyse herangezogen.


Christian Schaper M. A.

Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem

Mi 16–18 Uhr
Beginn: 26. Oktober


Ein ganzes Semester für ein einziges Stück: Das Proseminar zu Brahms' Deutschem Requiem bietet die Möglichkeit zur intensiven Auseinandersetzung mit einem Standardwerk des Konzertrepertoires. Im Mittelpunkt wird die Erprobung analytischer Herangehensweisen an eine vermeintlich bestens vertraute, leicht zugängliche Partitur stehen – und damit zugleich die Schwierigkeit der analytischen Rekonstruktion und der verständlichen Versprachlichung von hörend mühelos Verstandenem. Entsprechend soll auch die Vermittlung im Hinblick auf den Konzertalltag geübt werden, etwa in Form von Einführungstexten und -vorträgen (das Deutsche Requiem steht im Wintersemester u. a. auf dem Programm des Freiburger Kammerchors – Kooperation in Vorbereitung).

Obligatorisch für jeden Teilnehmer ist die Anschaffung der Partitur. In der Neuen Brahms-Ausgabe ist der Band zum Deutschen Requiem noch nicht erschienen; wir werden daher auf den Notentext der Alten Brahms-Gesamtausgabe zurückgreifen müssen, wie er als Nachdruck in der Studienpartitur bei Breitkopf & Härtel erhältlich ist (PB 3814, EUR 12,–). Referatsthemen können gerne bereits in der vorlesungsfreien Zeit vereinbart werden.

Literatur zur Einführung:

  • Norbert Bolin (Hg.), Johannes Brahms, Ein deutsches Requiem. Vorträge Europäisches Musikfest Stuttgart 2003 (= Schriftenreihe der Internationalen Bachakademie Stuttgart 13), Kassel 2004.
  • Jan Brachmann, Kunst – Religion – Krise: Der Fall Brahms (= Musiksoziologie 12), Kassel 2003.

Downloadmöglichkeit von Arbeitsmaterialien


Dr. Frauke Schmitz-Gropengießer

Die Klagelieder Jeremiae: Vertonungen vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert

Mo 14–16 Uhr
Beginn: 24. Oktober


Die Klagelieder des Jeremias aus dem Alten Testament haben die Trauer über die Zerstörung Jerusalems im Jahr 586 v. Chr. zum Inhalt. Dieses Buch der Bibel hat im Verlauf der Musikgeschichte immer wieder das Interesse von Komponisten geweckt. In diesem Seminar wollen wir Vertonungen der Klagelieder Jeremiae in den verschiedenen Epochen kennenlernen (soweit möglich, auch durch Singen einzelner Stücke): von ihrem ersten Auftreten im kirchlichen Stundengebet des Mittelalters (gregorianischer Choral) über die Renaissance (u. a. Lasso, Palestrina, Tallis), die eine besondere Blütezeit für Klagelieder-Vertonungen darstellt, und die monodischen Lamentationen im 17. und 18. Jahrhundert (z. B. A. Scarlatti). Auch die Beschäftigung mit entsprechenden Vertonungen im 19. und 20. Jahrhundert (z. B. Krenek, Strawinsky) soll nicht zu kurz kommen.


Dr. Thomas Seedorf

Vom Umgang mit Partituren

Di 11–13 Uhr
Beginn: 25. Oktober


Das Lesen von Partituren gehört zu den grundlegenden Fertigkeiten, über die Musikwissenschaftler verfügen müssen. In den Harmonielehrekursen ist meist nur Zeit für eine knappe Einführung in ein Thema, das sich bei genauerer Betrachtung als überaus komplex erweist, nicht zuletzt deshalb, weil Partiturbilder und -anordnungen dem historischen Wandel unterworfen sind. Ein wichtiger Aspekt dieses Seminars wird daher eine Auseinandersetzung mit der geschichtlichen Entwicklung der Partiturnotation sein. Der im Seminartitel genannte «Umgang» soll allerdings kein ausschließlich theoretischer sein, sondern auch eine praktische Seite haben. Das Anfertigen von Klavierauszügen und Particellen gehört ebenso dazu wie das Spielen von Partituren am Klavier – für diejenigen, die Klavier spielen können (und sich trauen).

Literatur:

  • Klaus-Jürgen Sachs / Thomas Röder: Art. «Partitur», in: MGG2S, Bd. 7, Kassel u. a. 1997, Sp. 1424–1438.
  • Michael Dickreiter: Partiturlesen. Ein Schlüssel zum Erlebnis Musik, Mainz 1997.


Dr. Thomas Seedorf

Mozarts Klavierkonzerte

Mi 9–11 Uhr
Beginn: 26. Oktober


Klavierkonzerte hat Mozart in allen Phasen seines Schaffens komponiert. Eine Beschäftigung mit dieser Werkgruppe bietet daher einen Einblick in Entwicklungsstadien, die Mozart als Komponist durchlief. Der Weg von den ersten Konzerten, die der junge Mozart nach Klaviersonaten von Johann Christian Bach arrangierte, bis zum B-Dur-Klavierkonzert KV 595 aus dem Todesjahr 1791 ist von einer faszinierenden Vielfältigkeit, der das Seminar nachgehen möchte. Im Mittelpunkt steht der analytische Zugang zu ausgewählten (besser: noch auszuwählenden) Werke, doch sollen auch Fragen der Gattungs- und Institutionengeschichte sowie aufführungspraktische Aspekte behandelt werden.

Literatur:

  • Zu keiner anderen Werkgruppe der Mozartschen Instrumentalmusik ist so viel veröffentlicht worden wie zu dieser. Einen aktuellen Überblick bieten die bibliographischen Hinweise des «Mozart»- Artikels von Ulrich Konrad im Personenteil von MGG2, Bd. 12, Kassel u. a. 2004, Sp. 751f.




Hauptseminare

Prof. Dr. Christian Berger

Die Handschrift Pz (Paris, nouv. acq. 4917)

Do 9–11 Uhr
Raum 1120 (Doktorandenraum)
Beginn: 27. Oktober


Im Mittelpunkt sollen die italienischen Stücke dieser Handschrift stehen, deren Edition durch eine intensive analytische Auseinandersetzung vorbereitet werden soll. Wir werden mit Ciconias «Merçe o morte» beginnen. Die Noten werden im Seminar zum Kopieren bereit liegen. Dazu sollte zur Vorbereitung folgender Text gelesen werden, der ebenfalls als Kopiervorlage erhältlich sein wird:

  • Oliver Huck, Die Musik des frühen Trecento(= Musica mensurabilis 1), Hildesheim 2005, S. 167–196.
  • Weiteres Material wie Editionen, Quellen etc. wird im weiteren Verlauf zur Verfügung stehen.

    Die Bilder der Handschrift stehen bei Freimore unter diesem Link


    Prof. Dr. Christian Berger (mit Prof. Dr. Gösta Neuwirth)

    Josquin Desprez

    Mo 16–18 Uhr
    Beginn: 31. Oktober


    Beginnen werden wir mit dem Ave Maria. Dazu sollte aber vor Beginn der ersten Sitzung der Text von Judd gelesen werden, der mit den Noten im Sekretariat gegen eine Kopiergebühr von 1 Euro abgeholt werden kann. Der Text ist auch im Universitätsnetz als pdf-Datei unter den Elektronischen Zeitschriften (E-Journals) der UB abrufbar. In den weiteren Sitzungen wird vor allem die Messe «De Beata Virgine» im Mittelpunkt der Untersuchung stehen, wobei neben satztechnischen und modustheoretischen Fragen völlig neuartige Zugangsweisen über proportionale und zahlentheoretische Verfahren ausprobiert und weiter untersucht werden sollen. Auch dazu wird zur Vorbereitung ein Text von mir zur Verfügung gestellt werden. Um den Blick auf weitere Gattungen auszuweiten, könnten dann noch die Motetten «De profundis» und «Homo quidam fecit coenam» sowie die beiden weltlichen Werke «Fortuna d'un gran tempo» und «La plus des plus» untersucht werden.

    Literatur:

    • Christle Collins Judd, «Some Problems of Pre-Baroque Analysis: An Examination of Josquin's 'Ave Maria virgo serena'», in: Music Analysis 4 17 (1985), S. 201–239.


    Prof. Dr Konrad Küster

    Bachs Präludien und Fugen für Orgel

    Di 14–18 Uhr (14-tägig)
    Beginn: 25. Oktober


    Präludienfunktion, Fugenformen, Orgel-Klangarchitektur, Differenzierungen tastenmusikalischer Potentiale, Bach-«Ideologie» und freie Virtuosität, Stilgeschichte, «Einflüsse», Gattungsverschmelzungen, Überlieferungsfragen: Um all dieses kann es im Umgang mit kaum zwei Dutzend Werken gehen, indem die Teilnehmer/innen je eines von ihnen bearbeiten.

    Bereits ab Mitte September können Arbeitsthemen vereinbart werden.

    Achtung: Anders als angekündigt wird das Seminar 4-stündig stattfinden und schon um 14 Uhr c. t. beginnen. Das ermöglicht uns schöne, direkte und ausführliche Werk-Gegenüberstellungen und auch eine (oder mehrere) Seminarsitzungen an der Praetorius-Orgel in der Aula (dafür sind 90 Minuten immer etwas knapp). Und mit einer flexiblen Pausenregelung wird das Kompakte dieses Arbeitens zweifellos verdaulich werden.

    Termine:
    25.10., 08.11., 22.11., 06.12., 20.12.2005
    17.01., 31.01., 14.02.2006


    Prof. Dr Günter Schnitzler, mit Prof. Dr. Wilfried Gruhn

    Hölderlin in Vertonungen

    Fr 9–11 Uhr
    Beginn: 28. Oktober


    Nachdem Hölderlin aus einsehbaren Gründen im 19. Jahrhundert recht selten vertont worden ist, wendet sich im 20. Jahrhundert eine auffallend große Zahl von Komponisten dieser Dichtung zu, wobei manche Komponisten zu den spätesten Texten Hölderlins greifen oder aber vollendete Lyrik in den Zustand des Fragmentarischen zurückversetzen. Diesen Fragen wird in einläßlichen Gedicht- und Vertonungsanalysen nachgegangen; im Mittelpunkt stehen dabei von Zender, Rihm, Holliger, Nono, Ligeti und Hindemith vertonte Texte Hölderlins.


    Prof. Dr Günter Schnitzler, mit Gerd Indorf

    Wagner. Der Ring des Nibelungen

    Fr 11–13 Uhr
    Beginn: 28. Oktober


    Drei leitende Fragen werden in diesem HS verfolgt: 1) Lassen sich die Libretti von Wagner in die Epoche des sog. «Vormärz» einordnen? 2) Wie steht Wagners Text-Musik-Szene- Verhältnis zur Ästhetik des von Wagner hochgeschätzten Schopenhauer? 3) Wie ist die musikalische Motivstruktur organisiert und welche Aufgaben haben die Motive in der Vorstellung des «Simultankontrastes» in der Oper als Gattung der «doppelten Fiktionalität»?



    Kolloquien

    Prof. Dr. Christian Berger, PD Dr. Rainer Bayreuther

    Kolloquium zu aktuellen Forschungsfragen

    Mi 18–21 Uhr
    Raum 1120 (Doktorandenraum)
    Beginn: 2. November


    Prof. Dr. Konrad Küster, Christian Schaper M. A., Dr. Thomas Seedorf

    Kolloquium

    Di 18–20 Uhr (14-tägig)
    Beginn: 25. Oktober


    Neben der Diskussion aktueller (oder erst allmählich aktueller) Examensarbeiten könnten wir uns mit Problemen der Gattungstheorie des 19. Jahrhunderts befassen – und sie musikalisch etwa mit Betrachtungen der h-Moll-Sonate von Franz Liszt verbinden.

    Termine:
    25.10., 08.11., 22.11., 06.12., 20.12.2005
    17.01., 31.01., 14.02.2006



    Kurse und Tutorate

    Jennifer Achten

    Tutorat zur «Einführung in die Musikwissenschaft»

    Termin: siehe Aushang


    Christine Muschaweckh

    Gehörbildung I

    Do 14–16 Uhr
    Beginn: 27. Oktober


    Einstimmige tonale und atonale Melodien sowie Rhythmen vom Blatt realisieren; Melodie- und Rhythmusdiktate anhand von Literaturbeispielen unterschiedlicher Epochen. Einführung ins harmonische Hören (Dreiklänge, Vierklänge, einfache Kadenzen).


    Christine Muschaweckh

    Gehörbildung II

    Fr 14–16 Uhr
    Beginn: 28. Oktober


    Mehrstimmige Diktate anhand von Literaturbeispielen unterschiedlicher Epochen; Fehlerhören; Instrumentation und Klangfarben hören; Kadenzen mit Modulationen; Hören und Bestimmen musiktheoretischer Modelle anhand von Literaturbeispielen.


    Dr. Thomas Seedorf

    Harmonielehre-Vorkurs

    Di 9–11 Uhr
    Beginn: 25. Oktober


    Dr. Thomas Seedorf

    Harmonielehre II

    Do 11–13 Uhr
    Beginn: 27. Oktober


    Ralf Wolter

    Harmonielehre I

    Mo 11–13 Uhr
    Beginn: 31. Oktober


    Wer schon über Vorkenntnisse in Harmonielehre verfügt, hat die Möglichkeit, diese Kenntnisse in einer Klausur nachzuweisen. Das Bestehen dieser Klausur macht es möglich, den Vorkurs zu überspringen und direkt Harmonielehre I zu belegen.

    Termin für Eingangsklausur zu Harmonielehre I:
    Mo, 24. Oktober, 9–11 Uhr

    Sollten Sie Fragen zu dieser Klausur haben, wenden Sie sich bitte an Dr. Thomas Seedorf, Tel 203-3093.


    Ralf Wolter

    Kontrapunkt

    Mo 9–11 Uhr
    Beginn: 31. Oktober



     Arbeitsgemeinschaften

    Fachschaft

    Konzertprojekt


    Gegen Ende des Semesters wollen wir wieder ein kleines Konzert im Haus «Zur lieben Hand» veranstalten, bei dem die MuWi beweisen, dass sie mehr als nur «graue Theorie» beherrschen.
    Weitere Infos gibt es zu gegebener Zeit per Aushang oder bei der Fachschaft.


    Fachschaft

    AG Wurzel Werke

    Mi 20–22 Uhr
    Beginn: 24. Oktober


    Musik hören für MuWis und anderweitig Musikbegeisterte ohne Vorkenntnisse: In der AG Wurzelwerke treffen wir uns, um gemeinsam Musik zu hören. Dabei sollen vor allem Standard-Werke zu hören sein, aber gelegentlich auch Stücke abseits des üblichen Repertoires. Jede Sitzung wird von einem Teilnehmer übernommen, der nach seinen Wünschen ein Werk auswählt und es der Gruppe vorstellt. Gelegentlich dürfen wir auch Gaststars aus dem Dozentenmilieu begrüßen. Die Zusammenstellung des Programms erfolgt in der ersten Sitzung je nach Interesse der Anwesenden. Für gewöhnlich klingt der Abend in gemütliche Runde in der Freiburger Kneipenlandschaft aus


    Schola für gregorianischen Choral


    Dr. Frauke Schmitz-Gropengießer lädt an Gregorianik interessierte Studierende ein, gregorianische Choräle zu singen. Bei mangelnder Kenntnis der Neumen und der Quadratnotation werden diese erklärt. Neben der Behandlung verschiedener die Gregorianik betreffender Themen soll viel gesungen werden, wobei es zum einen um das Kennenlernen des Repertoires, zum anderen um das Einstudieren einzelner Stücke geht.

    Interessierte treffen sich zu einer ersten Besprechung am Montag, 24. Oktober, um 18 Uhr s. t. im Doktorandenraum.

    Benutzerspezifische Werkzeuge