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Artikelaktionen

WS 2007/2008

Die Lehrveranstaltungen finden – sofern nicht anders angegeben – in HS 1119 statt.

Semestereröffnung: Montag, 22. Oktober, 19 Uhr c. t.

 

 


 

Vorlesungen

 

Prof. Dr. Christian Berger

Analytische Methoden der Musikwissenschaft

Mo 9–10
Beginn: 29. Oktober

Modul «Musikgeschichte im Überblick», «Vorlesung zur Musikgeschichte des 17. bis 19. Jahrhunderts»
Studienleistung: 2 Protokolle, 1 eigenständige Werkanalyse im Umfang von ca. 4 Seiten

 

Die musikalische Analyse gehört zum Handwerkszeug eines jeden Musikwissen- schaftlers. Ausgehend von Grundfragen der ästhetischen Zugangsweise sollen an Werken aus unterschiedlichsten Epochen, vom 18. Jahrhundert bis zum 19. Jahrhundert und zurück bis zum Madrigal des 16. Jahrhunderts die jeweiligen handwerklichen Voraussetzungen dargestellt werden. Das reicht von der Sonatenform des 19. Jahrhunderts zu den Klauseln der modalen Musik und von den melodischen Voraussetzungen einer Fuge bis zu den metrischen Kapriolen eines Robert Schumann. Vor allem aber möchte ich bei allen Beispielen versuchen zu zeigen, wie aus diesen Voraussetzungen und nur aus diesen ein auch ästhetisch tragender Zugang zum Werk gelingen kann.

 

Literatur:

  • Dieter de la Motte und Carl Dahlhaus, Musikalische Analyse, Kassel, 2 Bände 1968.
  • Kühn, Clemens, Formenlehre der Musik, Kassel 1987.
  • ders., Analyse lernen (= Bärenreiter Studienbücher Musik 4), Kassel 1993.
 
 

Prof. Dr. Konrad Küster

Musik des Mittelalters bis 1350

Mi 9–11
Beginn: 24. Oktober (an diesem Tag nur 9–10 Uhr, da während der Eröffnung des Akademischen Jahres durch den Rektor keine Lehrveranstaltungen abgehalten werden)

Modul «Musikgeschichte im Überblick», «Vorlesung zur Musikgeschichte bis zum 15. Jahrhundert»
Studienleistung: regelmäßige Teilnahme, Vor- und Nachbereitung, Protokoll einer Vorlesung (ca. 300 Wörter, Abgabe ein Tag vor der nächsten Vorlesung)

 

Mittelalterliche Musikvorstellungen prägen die abendländische Musikkultur massiv: Die Techniken der Notation, des Klangaufbaus mindestens bis zur Spätromantik oder der Satzgestaltung haben hier ihre Wurzeln. In der Vorlesung sollen möglichst viele solche Fragenkomplexe angeschnitten werden: Es soll ein Bewusstsein für die mittelalterlichen Musikvorstellungen geschaffen werden, aus denen jene Techniken hervorgegangen sind. Immer wieder wird der Gregorianische Choral und seine Verarbeitung in den Blick rücken (vgl. auch Proseminar).

 

Vorbereitung: Lektüre von Überblicksdarstellungen (z. B. Lexikaartikel)

 
 

Prof. Dr. Christian Berger

«Nam qui facit quod non sapit, diffinitur bestia.» Musica zwischen scientia und Elementarlehre

Mi 14. November 2007, 20–22; HS 1224
(Masterstudiengang MARS – Mittelalter- und Renaissance-Studien: Methoden und Theorien)

 

Ein Reader ist im Sekretariat als Kopiervorlage erhältlich oder kann dort per e-mail angefordert werden.

 
 

Dr. Matteo Nanni

Aristoteles-Rezeption in der Musiktheorie Marchetto da Padovas (um 1300)

Mi 19. Dezember 2007, 20–22
(Ringvorlesung «Mittelalter- und Renaissanceforschung»)

 
 
 

Proseminare

 

Prof. Dr. Christian Berger

Einführung in das musikwissenschaftliche Arbeiten: Haydns Sinfonien

Mo 10–12
Beginn: 29. Oktober

Modul «Einführung in das Fachstudium» – «Einführung in das musikwissenschaftliche Arbeiten (mit Tutorat)»
Studienleistung: 3 Protokolle, 1 Bibliographie, 1 analytischer Versuch zu einem ausgewählten Thema

 

In Zusammenarbeit mit Frau Kristina Mühlbach, die das Tutorat betreuen wird, werden wir versuchen, anhand eines eng umrissenen Themas verschiedene analytische, quellenkundliche und auch ästhetische Zugangsweisen zu den Gegenständen des Faches, nämlich der Musik kennenzulernen und auszuprobieren. Gemeinsam werden wir uns mit Notentexten und Aufsätzen zu diesem Thema auseinandersetzen und so versuchen, über weitgehend eigenständige Arbeiten ein Bild von der Thematik zu bekommen. Zur Vertiefung wird der Besuch der vorangehenden Vorlesung empfohlen.

 

Literatur:

  • Schwindt-Gross, Nicole, Musikwissenschaftliches Arbeiten. Hilfsmittel, Techniken, Aufgaben (= Bärenreiter Studienbücher Musik 1), Kassel 1992.
  • Finscher, Ludwig, Joseph Haydn und seine Zeit, Laaber 2000.
  • Haydn studies, hg. von W. Dean Sutcliffe, Cambridge 1998.
 
 

Prof. Dr. Konrad Küster

Gregorianischer Choral: Notation, Formen, Komposition

Di 14–16
Beginn: 23. Oktober

Modul «Musikwissenschaft – Grundlagen», «Proseminar zur Musikgeschichte bis zum 15. Jahrhundert»
Studienleistung: regelmäßige Teilnahme, Vor- und Nachbereitung, Kurzreferat
Prüfungsleistung (schriftliche Modulteilprüfung): Essay (bis zu 4 Seiten)

 

Gregorianischer Choral ist in der Musikgeschichte seit Jahrhunderten präsent – auf immer neue Weise. Doch zunächst wird es um Elementares gehen: um Neumen, um Quellen, um Liturgie (mit all ihren Wirkungen bis in jüngere Zeit). Auf dieser Grundlage werden wir uns auch damit befassen, wo (und wie) Gregorianik in mehrstimmigen Kompositionen auch sehr viel jüngerer Zeit aufgegangen ist. Das Seminar ist locker mit der Mittelalter-Vorlesung verknüpft.

 
 

Dr. Matteo Nanni

Ars Antiqua: von Frankreich nach Italien

Mi 11–13, Belfortstraße 20
Beginn: 24. Oktober

(Nur für Magisterstudierende)

 

Mit dem nachträglich geprägten Begriff Ars antiqua (lat. alte Lehre, seit ca. 1320) versteht man zunächst die musikalische Epoche der auf Paris zentrierten Musik und Musiklehre der Zeit zwischen 1230 und 1320. In deren Mittelpunkt stehen die Kodifizierung der Mensuralnotation und einiger zum Teil neuer Gattungen der weltlichen Musik: Außer der noch anonym kom­ponierten Motette als führende Gattung werden Conductus und Hoquetus neben dem neuentstehenden Kantilenensatz der Rondeaux weiterentwickelt. Im Laufe dieses Seminars werden wir uns sowohl auf die Entwicklung der Mensuralnotation konzentrieren (von Johannes de Garlandia, Magister Lambertus und Franco von Köln bis zu den Erneuerungen des Petrus de Cruce) als auch mit den musikalischen Gattungen (vor allem mit der Motette) und deren geschichtlicher Entwicklung beschäftigen. Die zentrale Fragestellung ist dabei, inwieweit die musikalisch hochentwickelte Tradition der französischen Musik die italienische Musik des frühen 14. Jahrhunderts beeinflußt hat. Dabei werden das geistliche Repertoire der italienischen Musik am Ende des 13. Jahrhunderts (die Lauda und die frühen mehrstimmigen dramatisch-religiösen Uffizien), sowie die Anfänge der weltlichen Mehrstimmigkeit in Norditalien untersucht. Schließlich soll auch das Verhältnis zwischen der französischen (sogenannten internationalen) Notation und der spezifisch durch Marchetto da Padova geprägten Trecento-Notation erkundet werden.

Da in diesem Seminar Kenntnisse in der mittelalterlichen Notationslehre (Mensuralnotation) notwendig sind, die jedoch für die Teilnahme an dieser Veranstaltung nicht vorausgesetzt sind, ist es sinnvoll, parallel zu diesem Seminar die Einführung in die Paläographie: Modal- und Mensuralnotation zu besuchen.

 

Literatur:

  • M. Beiche: (Art.) ars antiqua, ars nova, ars subtilior, in: Handwörterbuch der musikalischen Terminologie, hrsg. von Hans Heinrich Eggebrecht † und Albrecht Riethmüller, Wiesbaden und Stuttgart, 2005, 38. Auslieferung.
  • W. Frobenius: (Art.) Ars antiqua, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Allgemeine Enzyklopädie der Musik begründet von Friedrich Blume, hrsg. v. Ludwig Finscher, 20 Bde., Kassel, London New York 19942, Bd. 1, S. 866–877.
 
 

Dr. Matteo Nanni

Einführung in die Paläographie: Modal- und Mensuralnotation

Di 11–13
Beginn: 23. Oktober

(Nur für Magisterstudierende)

 

Gegenstand der Einführung in die modalen und mensuralen Aufzeichnungsweisen vom ausgehenden 12. bis ins 14. Jahrhundert sind sowohl die Aneignung und das Kennenlernen mittelalterlicher Notationsweisen als auch eine Reflexion über musikalische Notation als Schrift. Neben den technischen und musiktheoretischen Aspekten dieser philologischen Tätigkeit sollen auch Überlegungen zur Verschriftlichung von Musik angeregt sowie semiologische Fragen diskutiert werden.
Am Ausgangspunkt stehen die modale Notationstechnik der Pariser «Notre Dame» und ihre Reflexion in zeitgleichen musiktheoretischen Schriften. An zahlreichen Beispielen soll der Umgang mit Quellen jener Zeit geübt und der Blick für ihre besonderen Voraussetzungen geschärft werden. Der Kurs ist für Studienanfänger geeignet.
Dem Seminar ist ein Pflichttutorat angeschlossen (das Tutorat wird von Andreas Baumgartner geleitet und findet Donnerstags 11–13 Uhr im Raum 1119 statt).

 
 

Christian Schaper M. A.

Frédéric Chopin

Mi 16–18
Beginn: 31. Oktober

Modul «Musikwissenschaft – Grundlagen», «Proseminar zur Musikgeschichte ab dem 19. Jahrhundert»
Studienleistungen: regelmäßige Teilnahme, Vor- und Nachbereitung, Referat
Prüfungsleistung (schriftliche Modulteilprüfung): Hausarbeit (10–15 Seiten)

 

Kaum ein Komponist von vergleichbarem Rang ist in der deutschsprachigen Musikwissenschaft – und auch am Freiburger Musikwissenschaftlichen Seminar – so wenig beachtet worden wie Frédéric Chopin. In einem Rundumschlag mit ausdrücklichem Einführungscharakter werden wir uns Chopin und seiner Zeit daher grundlegend und von verschiedensten Seiten anzunähern versuchen. Am Anfang stehen

  • Biographisches (und die Frage, inwieweit es zum Verständnis von Chopins Musik von Bedeutung ist bzw. überhaupt relevant werden kann)
  • Aspekte der Klaviertechnik (sowohl den Instrumentenbau als auch Spieltechniken und kompositorische Aspekte betreffend)
  • die Welt des Pariser Salons und der Begriff des Improvisatorischen
  • sowie eine kleine «Formenlehre» der Musik Chopins.

Auf dieser Grundlage werden wir die Analyse ausgesuchter Einzelwerke erproben, die abschließend gerne auch in Interpretationsvergleiche münden kann. Zu allen genannten (und nach Absprache auch weiteren) Bereichen können Referatsthemen bereits in der vorlesungsfreien Zeit vereinbart werden.

Nota bene: Infolge der in der ersten Semesterwoche stattfindenen Hamburg-Exkursion kann die Veranstaltung erst am 31. Oktober beginnen; Materialien und eine Vorbereitungsanweisung für die verspätete erste Sitzung werden bereits in der ersten Semesterwoche im Seminarfach bereitliegen.

 

Arbeitsmaterialien

 

Literatur:

  • Mieczysław Tomaszewski, Frédéric Chopin und seine Zeit (= Große Kompo­nisten und ihre Zeit), Laaber 1999.
 
 

Christian Schaper M. A.

Alban Berg, Wozzeck

Blockseminar Termin: 11.–13. Januar 2008
Anmeldeschluss: 5. Dezember 2007
Vorbesprechung: 12. Dezember 2007, 13 Uhr c. t.

(Nur für Magisterstudierende)

 

Die konzentrierte Veranstaltungsform des Blockseminars soll sich in diesem Semester an Alban Bergs atonaler Oper Wozzeck bewähren. Georg Büchners Drama als Vorlage, Bergs musikalische Dramaturgie, seine Strategien der Formgebung unter der Voraussetzung einer Tonsprache jenseits der Tonalität, aber auch die Möglichkeit der Rückbindung des Wozzeck an diverse musikdramatische Traditionen und schließlich die (überraschend?) unproblematische Rezeption des Werks – diese und weitere Aspekte sollen zur Sprache kommen.

Das Blockseminar findet – anders als im Sommersemester – in den Räumen des Musikwissenschaftlichen Seminars statt. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft, ein Referat zu übernehmen; eine Anmeldeliste und Themenvorschläge werden (nebst Literaturliste) zu Semesterbeginn im Sekretariat ausliegen.

 

Arbeitsmaterialien

 
 

Alexander Dick

Vom Merker zum Vermarkter? Zu Tätigkeit und Rollenverständnis des Musikkritikers in einer sich verändernden Medienlandschaft (mit praktischen Übungen)

Blockseminar Fr./Sa., 8./9. Februar 2008 (Vorbesprechung zum Seminar zu Semesterbeginn, Termin siehe Aushang)

(Nur für Magisterstudierende)

 

Musikkritik ist seit ihren Anfängen gegen Ende des 18. Jahrhunderts langsamen, aber steten Veränderungen unterworfen gewesen. Der gesellschaftliche Wandel der Nachkriegszeit und die damit einhergehende Liberalisierung eines immer diffuser gefassten Kulturbegriffs, haben spürbare Auswir­kun­gen auf die Bedeutung der klassischen Werk- und Aufführungskritik. Zu beobachten ist ihre Banalisierung und Bagatellisierung in den Feuilletons. Welche Rolle wird der Musikkritiker vor diesem Hintergrund in Gegenwart und naher Zukunft spielen? Wie verändert sich sein Aufgabenprofil, was ist seine Zielgruppe, was darf er voraussetzen? Verliert die Kritik ihre Legitimation als klassisches Korrektiv, als dritte Kraft im Wechselspiel Komponist/Interpret-Rezipient? Neben einer Standortbestimmung des Kritikerberufs will die Veranstaltung inhaltliche, stilistische und ästhetische Handreichung für Kritiker geben, auch anhand praktischer Beispiele und selbst verfasster Texte. Neben dem Schreiben von CD/DVD-Kritiken ist der Besuch eines Konzerts oder Musiktheaterabends vorgesehen.

 
 
 

Hauptseminare

 

Prof. Dr. Christian Berger

Josquin Desprez, Messen und Motetten

Blockseminar: Fr 18. Januar 2008, 15–19; Sa 19. Januar 2008, 9–17
Vorbereitungssitzung: Do 15. November 2007, 11 s. t.–12.30

(Masterseminar im Master-Studiengang «Mittelalter- und Renaissance-Studien», Curriculum individuale (20 ECTS) bzw. Curriculum particulare – Geschichte und Kultur (16 ECTS))
Anforderungen: Referat und Hausarbeit

 

Im Mittelpunkt sollen Josquins Messen «Hercules Dux Ferrariae» und «Faisant regretz» stehen, dazu kommen die «Vorbilder», nämlich die Missa «Ut re mi fa sol la» von Antoine Brumel und von Walter Frye die Chanson «Tout a par moy» und die Missa «Faisant regrets». Neben einer quellenkundlichen Aufarbeitung des Bestandes und traditionellen satztechnischen Untersuchungen soll auch versucht werden, über Zahlen-Analysen an die Substanz der Werke heranzukommen. Dazu dient die Einführung am Donnerstag, 15.11., die ein selbständiges Weiterarbeiten ermöglichen soll. Dann werden wir auch eine weitere Vorbereitungs-Sitzung vereinbaren.

 

Literatur:

  • The Josquin Companion, hg. von Richard Sherr, Oxford 2000.
  • Jans, Markus, «Alle gegen eine. Satzmodelle in Note-gegen-Note-Sätzen des 16. und 17. Jahrhunderts», in: Basler Jahrbuch für historische Musik­praxis 10 (1986), S. 101–120.
  • Berger, Christian, «Glareans äolischer Modus und das Kyrie aus Josquins Missa De beata virgine», in: Heinrich Glarean oder: Die Rettung der Musik aus dem Geist der Antike?, hrsg. von Nicole Schwindt (= Trossinger Jahrbuch für Renaissancemusik 5), Kassel 2006, S. 161–176.
  • Reynolds, Christopher, «Interpreting and Dating Josquin’s Missa Hercules dux ferrariae», in: Early Musical Borrowing, hg. von Honey Meconi, New York 2004, S. 91–110.
 
 

Prof. Dr. Christian Berger (mit Prof. Dr. Günter Schnitzler, Deutsches Seminar)

Die Winterreise von Wilhelm Müller und Franz Schubert

Do 9–11
Beginn 8. November

 

In der Beliebtheit wird die Winterreise von keinem anderen Liederzyklus übertroffen. Mit guten Gründen hat sich der keineswegs zu allen Zeiten unangefochtene Ruhm Schuberts zu einem erheblichen Teil durch diesen Zyklus etabliert. Kaum indessen hat man sich auf den Textautor Wilhelm Müller eingelassen, dessen zyklisch-lyrische Schöpfungen viele Wirkungen, und zwar keineswegs nur auf Heinrich Heine, ausgeübt haben. Auch für Gedichtvertonungen gilt, dass kaum eine von ihnen besonders hohen Rang zu erreichen vermag, wenn eine der beiden beteiligten Künste allzu weit hinter die andere zurückfällt. Dies allein schon sollte Grund genug sein, die Gedichte Müllers und deren zyklischen Zusammenhänge genau zu untersuchen und dann die Wechselwirkungen in den Blick zu nehmen, die zwischen Dichtung und Musik walten? dies wiederum bedingt natürlich eine musikwissenschaftliche Analyse der Kompositionen. Weiterhin ist zu fragen, wie überhaupt ein Zyklus seinem Wesen nach zu bestimmen ist, und wodurch ein Gedichtzyklus konstituiert zu werden vermag; wie aber unterscheidet sich dies von der Konstituierung eines Liederzyklus?

 

Literatur:

  • Brinkmann, Reinhold, «Musikalische Lyrik, politische Allegorie und die 'heil'ge Kunst'. Zur Landschaft von Schuberts 'Winterreise'», in: AfMw 62 (2005), S. 75–97.
  • Cottrell, Alan P., Wilhelm Müller's lyrical song-cycles. Interpretations and texts (= University of North Carolina studies in the Germanic languages and literatures 66), Chapel Hill 1970.
  • Dürr, Walther, «Franz Schubert, 'Winterreise'. Gedanken zur Struktur des Zyklus», in: Meisterwerke neu gehört. Ein kleiner Kanon der Musik. 14 Werkporträts, hg. von Laurenz Lütteken u. Hans-Joachim Hinrichsen, Kassel 2004, S. 131–155.
  • Eggebrecht, Hans-Heinrich, «Prinzipien des Schubert-Liedes», in: AfMw 28 (1970), S, 89–109.
  • Feil, Arnold und Rolf Vollmann, Franz Schubert. Die schöne Müllerin, Winterreise, Stuttgart 1975.
  • Geck, Martin, «Apropos Leiermann. Über Romantik und Realismus in der Musik», in: Rezeption als Innovation. Untersuchungen zu einem Grundmodell der europäischen Kompositionsgeschichte. Festschrift für Friedhelm Krummacher zum 65. Geburtstag, hg. von Bernd Sponheuer u. a. (= Kieler Schriften zur Musikwissenschaft 46), Kassel 2001, S. 247–262.
  • Georgiades, Thrasybulos, Schubert. Musik und Lyrik, Göttingen 1967.
  • Stoffels, Ludwig, Müllers Dichtung in Schuberts Vertonung (= Orpheus-Schriftenreihe zu Grundfragen der Musik 48 und 62), Bonn 1987 und 1991.
  • Turchin, Barbara, «The Nineteenth-Century 'Wanderlieder' Cycle», in: JM 5 (1987), S. 498–526.
  • Youens, Susan, Retracing a winter's journey. Schubert's Winterreise, Ithaca 1991.
 
 

Prof. Dr. Günter Schnitzler (zusammen mit Prof. Dr. Wilfried Gruhn)

Literaturoper im 20. Jahrhundert

Fr 9–11
Beginn: 26. Oktober

 

In der Forschung ist der Begriff «Literaturoper» durchaus umstritten. Geht nicht die weitaus größte Zahl aller Opern auf «Literatur» zurück und wo wäre die Grenze zu ziehen zwischen dem, was dann nicht mehr oder schon «Literaturoper» ist? Ausgehend von dieser Problemsituation wird im Seminar versucht, Wege exemplarisch nachzuzeichnen, die Dichtungen genommen haben, um zum Operntext zu werden. Es fragt sich sodann, wie diese Libretti Wirkungen auf die Musik ausüben, und wie die Musik Rückwirkungen auf den Operntext gewinnt; welche Funktion kommt in diesem wechselwirkenden Bezug dem Szenischen zu? Und welche ästhetischen Voraussetzungen sind hier wirksam? Diese Fragen werden verfolgt am Beispiel der Wege von Wedekinds «Lulu»-Komplex («Erdgeist», «Die Büchse der Pandora») zur «Lulu»-Oper Bergs, von Büchners Erzählung «Lenz» zu Rihms gleichnamiger Oper, von Kleists «Penthesilea» zu Schoecks «Penthesil­ea»­-Oper und des Doppelweges von Lenz' «Die Soldaten» zu den beiden gleichnamigen Opern von Gurlitt und Zimmermann.
In der ersten Semesterhälfte stehen philosophische Schlüsseltexte der Ästhetik im Mittelpunkt, und zwar vornehmlich solche, die in Wesensbestimmungen Dichtung und Musik zu fassen suchen: Baumgarten, Kant, Hegel, Schopenhauer, Kierkegaard, Nietzsche. Sodann soll an exemplarischen Dop­pelvertonungen untersucht werden, welcher Ästhetik sich die Autoren und Komponisten am ehesten zuordnen lassen und wie dies wiederum Kulturgeschichte und epochale Mentalität bestimmt. Bereits während der vorlesungsfreien Zeit liegt in der Bibliothek des Musikwissenschaftlichen Seminars ein Semesterapparat aus.

 
 

Prof. Dr. Konrad Küster

Editionstechnik: Musik der Düben-Sammlung

Di 9–11
Beginn: 23. Oktober

 

Der Quellenbesitz des schwedischen Kapellmeisters Gustav Düben ist eines der phänomenalen «Fenster», die sich auf die (im musikhistorischen Diskurs traditionell eher stiefmütterlich behandelte) Musik der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts auftun. Wesentliche Teile dieser Sammlung sind seit 2006 online zugänglich (http://www.musik.uu.se/duben/basicSearch.php). So werden welt­weit Studien an diesen Quellen möglich.
Im Zentrum des Seminars wird die Musik von Kaspar Förster (Italien, Danzig, Kopenhagen) stehen: An den Quellen seiner Werke werden wir uns in Verfahrensweisen der Editionstechnik einarbeiten; Jede/r Teilnehmer/in des Seminar sollte eine Neuedition mit Kritischem Bericht erarbeiten.

Für die Dauer des Semesters können Teilnehmer/innen ein Laptop (mit Notationsprogramm Finale) ausleihen; Anmeldung unter konrad.kuester@muwi.uni-freiburg.de oder während der Sprechstunden.

 
 

Prof. Dr. Konrad Küster

Exkursion nach Hamburg mit anschließendem Blockseminar

Zeit: 24.–29. Oktober 2007

 

Da diese Lehrveranstaltung schon sehr früh im Semester stattfindet, sind die Planungen bereits abgeschlossen; eine Neu-Teilnahme ist nicht mehr möglich.

 
 
 

Kolloquien

 

Prof. Dr. Christian Berger und Prof. Dr. Gösta Neuwirth

Kolloquium zu aktuellen Forschungsfragen

Mi 18–20
Beginn: 31. Oktober

 

Das Kolloquium wird zum einen die Möglichkeit geben, entstehende Magister-Arbeiten vor- und zur Diskussion zustellen, andererseits wollen wir eine Diskussionsrunde zu unserem Projekt «Musik und Zahl im 15. Jahrhundert» weiterführen. Darüber hinaus soll es ein Forum für aktuelle Fragen unseres Faches und darüber hinaus sein.

 
 

Prof. Dr. Konrad Küster

Kolloquium

Di 18–20
Beginn: 23. Oktober

 

Wie üblich, besteht einesteils die Möglichkeit, im Entstehen begriffene Examensarbeits-Projekte zu besprechen – in welcher Phase auch immer (auch «Absichtserklärungen» lassen sich diskutieren!). Andernteils werden wir – ähnlich wie im Sommersemester 2007 im Hinblick auf inhaltlich fern liegen­de Texte zur Neuen Musik – thematische Konstanten für einige Sitzungen bilden. Hierzu sind nicht zuletzt aus den Reihen der Studierenden Vorschläge erwünscht; Festlegungen sollten wir in der Eröffnungssitzung des Semesters diskutieren.

Programm des Kolloquiums

 
 
 

Kurse

 

Florian Vogt

Harmonielehre Vorkurs = Harmonielehre I (neu)

Mi 14–16
Beginn: 24. Oktober

(Für BA-Studierende)

 
 

Florian Vogt

Harmonielehre II (alt)

Do 14–16
Beginn: 25. Oktober

(Nur für Magisterstudierende)

 
 

Ralf Wolter

Harmonielehre I (alt)

Mo 16–18
Beginn: 29. Oktober

(Nur für Studierende des Magisterstudiengangs)

 
 

Ralf Wolter

Kontrapunkt

Mo 14–16
Beginn: 29. Oktober

(Nur für Studierende des Magisterstudiengangs)

 
 

Christine Muschaweckh

Gehörbildung I

Mi 11–13
Beginn: 24. Oktober

 

Dieser Kurs richtet sich an Studierende ohne Vorkenntnisse. Schwerpunkte bilden das «Vom-Blatt-Lesen» von Rhythmen und Melodien sowie das Notieren von Melodie- und Rhythmusdiktaten. Diese Disziplinen der Gehörbildung werden systematisch eingeführt und anhand von Literaturbeispielen aus unterschiedlichen Epochen geübt.

 
 

Christine Muschaweckh

Gehörbildung II

Fr 14–16
Beginn: 26. Oktober

 

Dieser Kurs baut auf dem Kurs Gehörbildung I auf, er kann aber auch unabhängig von Gehörbildung I von Studierenden mit Vorkenntnissen besucht werden.
Neben einer systematischen Einführung ins zweistimmige Hören sollen Kenntnisse im harmonischen Hören vermittelt werden. Außerdem werden formale Höranalysen, Klangfarbenhören, Fehlerhören und Intonationshören geübt.

 
 
 

Tutorate

 

Andreas Baumgartner

Einführung in die Paläographie: Modal- und Mensuralnotation

(Dr. Matteo Nanni)
Do 11–13

 
 

Kristina Mühlbach

Einführung in das musikwissenschaftliche Arbeiten: Haydns Sinfonien

(Prof. Dr. Christian Berger)
Do 16–18

 
 

Andreas Bildstein

Harmonielehre I (alt)

(Ralf Wolter)
Termin N. N.

 
 

Wolfgang Berthold

Harmonielehre I

(Florian Vogt)
Di 16–18

 
 
 

Arbeitsgemeinschaften und Schola

 

Fachschaft

AG Wurzelwerke

Mi 20–22
Beginn: 24. Oktober

 

Musik hören für MuWis und anderweitig Musikbegeisterte ohne Vorkenntnisse: In der AG Wurzelwerke treffen wir uns, um gemeinsam Musik zu hören. Dabei sollen vor allem Standardwerke zu hören sein, aber gelegentlich auch Stücke abseits des üblichen Repertoires. Jede Sitzung wird von einem Teilnehmer übernommen, der nach seinen Wünschen ein Werk auswählt und es der Gruppe vorstellt. Gelegentlich dürfen wir auch Gaststars aus dem Dozentenmilieu begrüßen. Die Zusammenstellung des Programms erfolgt in der ersten Sitzung je nach Interesse der Anwesenden. Für gewöhnlich klingt der Abend in gemütlicher Runde in der Freiburger Kneipenlandschaft aus.

Programm WS 07/08

 
 

Dr. Frauke Schmitz-Gropengießer

Schola für gregorianischen Choral

Mo 18–20
Beginn: 29. Oktober

 

Dr. Frauke Schmitz-Gropengießer lädt an Gregorianik interessierte Studie­rende ein, gregorianische Choräle zu singen. Bei mangelnder Kenntnis der Neumen und der Quadratnotation werden diese erklärt. Neben der Behandlung verschiedener die Gregorianik betreffender Themen soll viel gesungen werden, wobei es zum einen um das Kennenlernen des Repertoires, zum an­deren um das Einstudieren einzelner Stücke geht. Interessierte treffen sich zu einer ersten Besprechung am Montag, 22. Oktober, um 18 Uhr s. t. im Doktorandenraum.

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